Review: Weisser Schatten - Mittelalterliche Intrigen à la Westeros!

  • Beitrags-Autor:
(Copyright: Splitter Verlag)
Dass vor allem in argwöhnischer Tristesse Platz für die schlimmsten menschlichen Eigenschaften ist, scheinen Antoine Ozanam und Antoine Carrion mit Bildern, verpackt in einem bleischweren Mittelalter-Fantasy-Mix ihren Lesern in den heimischen Wohnzimmern erklären zu wollen.
Gier, Intrigen, Machtspiele und Lügen sind der Dreh- und Angelpunkt der Handlung von “Weisser Schatten”. Im “Königreich Etelkoz” regiert “König Benedek”. Schwer krank und ans Bett gefesselt führt er eisern sein Reich und glaubt es unter Kontrolle. Als jedoch sein Sohn “Prinz Mozez” verschwindet und Gerüchten zufolge von einer wilden Bestie, dem “Namenlosen”, entführt wurde, beginnt so langsam der Glanz des Reiches zu bröckeln.
“Benedek” ruft die Oberhäupter der Familien zusammen, um sie in einer gemeinsamen Jagd auf die Bestie zu vereinen. Das adelige Volk ist jedoch wenig daran interessiert, den jungen Lord lebend zu finden. Zu machthungrig sind die einzelnen Familien und so versucht jede Partei, die Situation zum eigenen Nutzen auszuspielen.
Subtil und trocken manövrieren Ozanam und Carrion die Handlung durch die 96 Seiten ihres Comics. Dabei fallen einige Charaktere dem Zeichenstift des Henkers zum Opfer, was die Handlung immer wieder auflockert. Der vermehrte Einsatz der Gewalt ist jedoch lediglich Beiwerk zur durchaus verschachtelten Story um das blutige und intrigante Ringen um den Thron von “Etelkoz”.
Eine interessante Charaktergestaltung mit vielen Graustufen und wenig “gut und böse” zwingen den Leser nicht selten dazu, manche Sprechblasen mehrfach zu lesen und gelegentlich ein paar Seiten zurückzublättern. Ein Comic, das gewiss von einem zweiten Leseanlauf Gewinn tragen könnte. Die Fülle an Charakteren und Namen macht es dem Leser beizeiten vielleicht etwas schwerer, den Überblick zu behalten, verleitet jedoch auch dazu, interessierter in die Geschichte einzutauchen. Der Fantasy-Anteil ist verschwindend gering und spielt eher eine untergeordnete Rolle im Buch. Vielmehr transportiert die Geschichte eine grausame Kälte und Kargheit, die “Etelkoz” garantiert nicht zum Urlaubsort des Jahres pushen wird. [...]
Die vollständige Review findet ihr im DeepGround Magazine
Darf gern geteilt werden! 🙂

Subscribe
Benachrichtige mich zu:
guest
0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments