Mittwoch, 6. Januar 2016

Wenn die Leimung versagt - was man aus kaputten Comics machen kann? Ein frustrierter Selbstversuch!

Ja, es rührt zu Tränen. Jeder kennt das: wenn die Leimungen der Bände aufgeben. Jeder von euch wird irgendwann mal ein Comic aus dem Regal gezogen haben, dessen Seiten nicht mehr halten wollten. Der Horror für jeden Verlag und die Apokalypse für jeden Leser. Wer sich noch an die wunderbare Knightfall Saga vom Carlsen Verlag erinnert, die sich irgendwann so aufgelöst hat, dass man damit die Wand hätte tapezieren können, spürt nun wahrscheinlich einen leichten Stich im Herzen. Es tut einfach weh. Lange ist's her. Aber auch heutzutage kämpfen die Verlage mit diesen Problemen und vor allem Panini Comics hat gelegentlich dezente Leimungsprobleme.

Wie man aus der Not eine Tugend machen kann? Ein Selbstversuch.

Erst heute musste meine geliebte Ausgabe von Superman Sonderband #33 dran glauben. Ihr seht es oben, die Seiten kamen mir beim Aufschlagen direkt entgegen. Ich hätte heulen können, ich liebe diese Geschichte und sie so verstümmelt zu sehen, ist einfach unerbittlich verstörend. Aber, extreme Situationen führen zu extremen Maßnahmen und so beschloss ich den ultimativen Fauxpas zu begehen: ich nahm die Ausgabe komplett auseinander. Wieso? Weil ich sie mir an die Wand klatschen wollte.

Wenn die Seiten schon dran glauben müssen, dann will ich sie wenigstens in Ehren halten. Und heute will ich euch zeigen wie!


Die Seiten die ihr euch rausgesucht habt, vorsichtig vom Rest des Bandes abtrennen. Anschließend auf ein Currentsize-Backing-Board kleben. Die Currentsize-Backing-Boards sind vom Seitenmaßstab her exakt auf die seitlichen Maßstäbe abgestimmt und eignen sich daher ideal. Darauf achten, dass nichts an den Seiten übersteht bzw. schräg sitzt.


Dann nehme man einen Bilderrahmen seiner Wahl - ich verwende meist Rahmen von Ikea - und schneide das Currentsize-Backing-Board , welches mindestens oben oder unten, je nachdem wie er geklebt habt, zurecht, so dass ihr nur noch die Seite sehen könnt. Dies dient vor allem dazu, da eine einzelne Seite im Bilderrahmen sehr wahrscheinlich verrutschen würde. Somit hat das gute Stück deutlich mehr Halt.


Das Ganze im Anschluss behutsam mittig platzieren. Darauf achten, dass kein Schmutz, Staub oder ähnliche Verunreinigungen auf dem Glas sind. 


Danach vorsichtig weißes Papier drauflegen, um die Passepartout zu ergänzen. Darauf dann einige Backing-Boards, um den Gewicht bzw. den Druck, den die Rückwand ausüben wird, zu erhöhen.


Die Rückwand des Rahmens drauf und ab an die Wand. Schnell und kinderleicht gemacht. Dies ist zumindest mein Weg, einem sterbenden Comic seine letzte Ehre zu erweisen. Alternativ könnte man den Band auch für ein paar Euro neu leimen lassen. Was bei mir auch vorkommt, wenn ich die Geschichte nicht doppelt im Schrank stehen habe. ;-)

Kommentare:

  1. Sehr schöne Idee, vor allem, da es sich um eine Geschichte handelt, die Dir was bedeutet.

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    1. Ist ja an sich nichts besonderes. Aber ja, die Geschichte ist es wert gewürdigt zu werden. Ich muss da zeitnah mal drüber schreiben. :)

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