Samstag, 12. März 2016

Comic Review: Manifest Destiny #01 - Flora & Fauna

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(Copyright: Cross Cult)
Im Jahr 1804 ließ der damalige US Präsident Thomas Jefferson seinen ehemaligen Sekretär Captain Meriwether Lewis sowie den von Lewis auserwählten Partner Leutnant William Clark auf das unerforschte amerikanische Hinterland los, um eine bis dato nie da gewesene Forschungsreise anzutreten. Das Unterfangen, das später als Lewis-und-Clark-Expedition in die Geschichtsbücher einzog, diente dazu eine Überlandroute zur Pazifikküste zu erkunden. 
Autor Chris Dingess sowie die Zeichner Matthew Roberts und Owen Gieni schickten sich an dieses Abenteuer als Comic umzusetzen. Stellt man nun fest, dass dieses Comic aus den von Robert Kirkman geführten Skybound Studio stammt, kann sich der Leser denken, dass es hier weniger um historische Akkuratesse, als eher um außergewöhnliche Unterhaltung gehen wird. Werfen wir einen Blick rein.

(Copyright: Cross Cult)
Der wissenschaftlich sehr engagierte Lewis und der eher pragmatisch angehauchte Clark führen ein kleines gut 40 Mann starkes Expeditionsteam, zusammengesetzt aus freiwilligen Soldaten, Söldnern und Verbrechern - die hoffen sich mit dieser Reise ihre Freiheit zu verdienen - auf unentdecktes Terrain in die amerikanische Wildnis. Zweck sei die Erforschung der Tier- und Pflanzenwelt, aber auch um Kontakt zu unbekannten Indianerstämmen aufzunehmen und sie ggf. als Handelspartner zu rekrutieren.
Ein logisches und nachvollziehbares Unterfangen. So zumindest wurde es den nicht in Verantwortung stehenden Teilnehmern weisgemacht. Was diese jedoch nicht wissen, ist, dass Präsident Jefferson noch an ganz anderen Dingen interessiert ist, nämlich sein Wissen über potentielle Monster und Unnatürlichkeiten im großen Unbekannten zu erweitern. Und so wird diese Expedition eine Reise ins Fantastische voller Gräuel und Schrecken, die nicht allzu lange auf sich warten lassen.

(Copyright: Cross Cult)
Der historisch belegbare Rahmen wird bereits nach wenigen Seiten gesprengt... und das ist gut so, denn Manifest Destiny konzentriert sich darauf, dem Leser eine unfassbar unterhaltsame Geschichte zu liefern, welche sich genau die Elemente aus den Fakten pickt, die für das Erzählen benötigt werden. Die nun vom Cross Cult Verlag vorlgelegte erste Ausgabe, ist ein Genre-Mix, den man gut und gerne als Fantasy-Abenteuer-Horror-Western bezeichnen könnte.
Autor Chris Dingess lässt dabei keinen Stein auf dem anderen und so verflechtet er das Erkunden einer neuen Welt mit Auseinandersetzungen des Expeditionsteams mit Büffel/Pferd/Mensch-Hybriden oder moosig-schleimigen Sumpf-Zombies. Horror und Fantasy, dazu bitter-böser Humor und ein Plot der den Leser vor lauter Spannung das Buch gar nicht mehr weglegen lässt.

(Copyright: Cross Cult)
Dingess orientiert sich beim Erzählen jedoch immer wieder an bestimmten Fakten oder Charakteren der wirklichen Expedition, wie bspw. dem Sklaven York, der Shoshone-Indianerin Sacajawea oder dem tatsächlich bei der Expedition verstorbenen Sergeant Floyd. Für mich als Leser war es äußerst spannend nach dem Lesen zu recherchieren, welche Figuren in welcher Form Teil der echten Expedition waren.
Das Artwork von Matthew Roberts und Owen Gieni passt mit dem extravaganten und leicht cartoon-artigen Stil, den teilweise leicht bleichen Pastellfarben und den überaus ausdrucksstarken Splash-Pages, wunderbar zur nicht minder extravaganten Geschichte. So wurde Manifest Destiny mit der ersten Ausgabe für mich zu einer echten Überraschung, wobei mir diese beinahe durch die Lappen ging. Das wird mir mit der zweiten Ausgabe definitiv nicht passieren!

Eine Leseprobe gibt es hier.






Titel: Manifest Destiny #01 - Flora & Fauna
Verlag: Cross Cult 
Format: Hardcover
Vö-Datum: 25.01.2016
Originalausgaben: US Manifest Destiny #01-06
Seitenzahl: 118
Sprache: Deutsch
Autor: Chris Dingess
Zeichner: Matthew Roberts & Owen Gieni
Preis: 20,00 €

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