Comic Review: Wonder Woman: Göttin des Krieges #01 – nicht nur ein optischer Neustart!

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(Copyright: DC Comics)
Dass es das Ehepaar Meredith und David Finch bei der Übernahme einer der besten DC Serien der letzten Jahre schwer haben würde, war zu erwarten. Wohlwollend wurde das neue Kreativ-Team, welches von nun an die dunkelhaarige Amazone betreuen wird, vor allem aufgrund des von David Finch illustrierten Artworks erwartet. Dennoch standen die ersten Ausgaben auf dem Prüfstand.
Wer den Beitrag zu meiner persönlichen New 52 – Top 10 gelesen hat, weiß, dass Brian Azzarellos Wonder Woman nicht nur bei mir einen schweren Stein im Brett hinterlassen hat. Dementsprechend gespannt war auch ich auf diese Neuausrichtung.

(Copyright: DC Comics)
Wonder Woman ist die neue Göttin des Krieges, gleichzeitig die Königin der Amazonen und außerdem ein Mitglied der Justice League. Ein umfangreiches Berufsleben, das man wohl kaum geschenkt haben möchte. Während sie noch immer versucht die Ereignisse rund um ihren Bruder – dem Erstgeborenen – zu verarbeiten, kommt ein neuer Fall der Justice League auf sie zu, der ihr Gemüt bisweilen etwas zu strapazieren vermag. Kein Wunder, denn es kommen Millionen zu Tode. Sie bemerkt dabei jedoch kaum, dass sich auf der Paradiesinsel langsam Widerstand gegen ihre Regentschaft rührt und nicht jede ihrer Amazonen-Kriegerinnen bedingungslos hinter ihr steht. Denn ihr Streben nach Erneuerung und Fortschritt ist so Manchen ein Dorn im Auge.
(Copyright: DC Comics)
Die Finchs (das klingt wie die neuen Nachbarn von nebenan) kündigten bereits an, DCs liebste Amazone wieder mehr in die Aktivitäten der Justice League einzubinden. Wohingegen Azzarello die epischen Abenteuer um Diana Prince nahezu losgelöst vom üblichen Universum und daher fast eigenständig erzählte, war es Ziel die Geschichten wieder stärker mit der regulären Kontinuität zu verknüpfen.

Das ist durchaus gelungen, denn der Plot baut direkt auf Azzarellos Arbeit auf und vermischt diesen mit der übrigen Verlags-Kontinuität. In der Summe erzählt Meredith Finch dabei deutlich eingängiger als ihr Vorgänger, wobei leider die Charakterentwicklung etwas zu leiden hat. Unabhängig von den optischen Veränderungen (nun wieder mit Doppel-D-Busen und ein knapp 10 Jahre jüngeres Äußeres) wirkt die königliche Kriegerin auffallend störrischer und jugendlicher. Die erwachsene Power-Frau bekam also eine dezente Verjüngungskur, die ihr nicht zwingt schlecht zu Gesicht stehen muss, sich aber wahrscheinlich an eine etwas jüngere Leserschaft richten soll.
Gepunktet wird hier jedoch vor allem mit der Blockbuster-Optik, David Finchs rigorosen Splash-Pages sei Dank. Glatt gebügelt und reif für die Leinwand, ein Artwork wie im Kino. Ergänzt durch einen recht lesenswerten Plot, macht das einen gelungen Neustart der Wonder Woman Sonderbandreihe, jedoch ohne auch nur ansatzweise an die Qualitäten der Vorgängerserie heranzukommen.

 

Eine Leseprobe gibt es hier.


Titel: Wonder Woman: Göttin des Krieges #01
Verlag: Panini Comics 
Format: Softcover
Vö-Datum: 01.03.2016
Originalausgaben: US Wonder Woman #36-40, Wonder Woman Annual #01
Seitenzahl: 156
Sprache: Deutsch
Autor: Meredith Finch
Zeichner: David Finch & Goran Sudžuka

Preis: 16,99 €
„Only nothing is impossible.“ – Grant Morrison
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