Comic Review: Wonder Woman - Das erste Jahr (Panini Comics)

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Comic Review: Wonder Woman - Das erste Jahr (Panini Comics)

Und da ist er auch schon, der zweite Teil von Greg Ruckas parallel laufenden Story-Arcs in „Wonder Woman“. Während er in den US-Heften #01, 03, 05, 07, 09 und 11 die aktuellen Geschehnisse rund um die Amazone, Kriegsgöttin und Justice League Heldin erzählt (von Panini Comics im ersten, bereits vorliegenden Sonderband zur neuen „Wonder Woman“ Reihe veröffentlicht), bekommen wir in den Heften #04, 06, 08, 10, 12 und 14 die Story „Das erste Jahr“ geboten, welche die Ursprungsgeschichte von Diana neu aufrollt und in die gegenwärtige Kontinuität einbindet.
Diese Hefte bringt Panini Comics nun in einem abgeschlossenen Paperback, welches ohne Nummerierung und abseits der laufenden Serie veröffentlicht wurde, auch wenn der Band technisch gesehen die zweite Auskopplung aus Greg Ruckas Run zu „Wonder Woman“ darstellt.

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Isoliert von der Aussenwelt lebt die junge Amazone Diana zusammen mit ihren vielen Schwestern sowie ihrer königlichen Mutter auf der Paradiesinsel Themyscira. Abgeschottet von der „Welt der Männer“, wie die Amazonen sie nennen, frei von Konflikten und durchweg erhaben in ihrem Wesen. Doch eines Tages strandet ein Flugzeug auf der Insel... der Insel, die eigentlich nicht gefunden werden können sollte. An Bord sind unbekannte Männer, die jedoch alle, mit Ausnahme von einem einzigen, beim Absturz ihr Leben lassen. Dieser Überlebende ist der Soldat Steve Trevor, der mit seinem Team auf einer wichtigen Mission war und aus unerklärlichen Gründen mit auf der geheimnisvollen Insel abstürzte.
Die Amazonen versorgen den hilfsbedürftigen Soldaten und retten ihm, trotz lebensgefährlicher Verletzungen, mit ihren wissenschaftlich weit fortgeschritteneren medizinischen Fähigkeiten das Leben. Doch Steve darf nicht auf der Insel verweilen, denn Männer sind nun mal verboten. Eine Freiwillige muss her, die den Mann zurück in seine Welt bringt. Doch das wird diese Freiwillige Heldin das Recht kosten, je wieder heimzukehren. Doch für die Amazonen ist diese Bürde eine Ehre und so findet sich die stärkste und mutigste von ihnen... und eine Wonder Woman betritt die „Welt der Männer“.

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Nun, Greg Rucka schreibt hier gewiss keine Geschichte, die in ihrem Hauptthema noch nie erzählt wurde, jedoch schafft er es, sie so zu schreiben, als würde genau dies der Fall sein. Selten habe ich eine so auf den Punkt gebrachte und frisch erzählt Entstehungsgeschichte einer seit Jahrzehnten etablierten Heldin lesen können. Die mit liebevollen Details versetzte Darstellung ihrer Heimat und das Wesen der Amazonen, die Charakterisierung des Steve Trevor als gutherzigen Sunnyboy sowie das Aufeinandertreffen der gegensätzlichen Kulturen ist so durch und durch Silver Age, dass einem die Freudentränen kommen. Mit Nicola Scott hat er auch genau die richtige Frau für das Zeichenbrett verpflichten können, denn ihre Darstellung der Wonder Woman als großgewachsene, kräftig gebaute Power-Frau, deren Hauptaugenmerk nicht auf Sexappeal-Proportionen liegt, ist genau die Darstellung, die der Figur letztendlich gerecht wird.
Bemerkenswert sind auch die Verknüpfungen zur aktuell im anderen Arc verfolgten Story, die bekanntermaßen einige Jahre später handelt. Vieles was dort angedeutet wurde, findet hier seinen Ursprung und auch die Beziehung zwischen Diana und Barbara Ann Minerva, die später einmal zu Wonder Womans Erzfeindin Cheetah werden soll, beginnt hier bereits als Freundschaft zwischen den beiden. So generieren Rucka und Scott eine Story, die wunderbar mit den aktuellen Geschehnissen verzahnt ist, sich jedoch dennoch problemlos alleinstehend lesen lässt.

Mit „Wonder Woman: Das erste Jahr“ könnte man somit kaum einen besseren Einstieg in die Welt der Amazone bekommen, denn hier passt einfach alles. Touché, Mr. Rucka, ein ganz wunderbares Buch in Wort und Bild. Pflichtkauf!

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4,5-Sterne

Titel: Wonder Woman - Das erste Jahr
Verlag: Panini Comics
Format: Softcover / lim. Variant HC
Vö-Datum: 16.05.2017
Originalausgaben: US Wonder Woman #04, 06, 08, 10, 12 , 14
Seitenzahl: 164
Autor: Greg Rucka
Zeichner: Nicola Scott und Bilquis Evely
Preis: 16,99 € / 22,00 €

(Picture Copyright: Panini Comics / DC Comics)

„Only nothing is impossible.“ - Grant Morrison

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