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Review: Saga #4 - und wieder hemmungslos im Weltraum!

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(Copyright: Cross Cult)
Bei jedem neuen Saga Band, den ich aus der Folie pelle, denke ich mir: „was ein tolles Format!“. Dieses 16x24 Hardcover steht dieser Serie unglaublich gut. Wie anmutig und behutsam man die ersten Seiten umblättert und das Knistern des Buchdeckels genießt. Ein Bücher-Porno erster Güte.
Dass Cross Cult nicht nur ein Händchen für Formate, sondern auch für Comicserien hat, weiß jeder der mal den Backkatalog des Verlags durchstöbert hat. Saga geht nun in die 4. Runde und räumt seit 2 Jahren jede erdenkliche Preisverleihung hab. Brian K. Vaughans und Fiona Staples’ Sci-Fi-Epos tummelt sich in der Top-Liga der US-amerikanischen Creator-Owned-Serien und verhilft dem Science-Fiction Genre mit zu neuem Glanz. Seit Jahren war das Genre nicht mehr so populär wie heute. Ob in Comics, Kino oder TV-Serien: Science-Fiction boomt und erlebt eine zweite Renaissance. Ja, uns Nerds geht es gerade richtig gut!
Doch was gibt es nun neues von unseren Freunden von Landfall und der Ranke? Alana, Marko und die kleine Hazel verstecken sich samt Anhang noch immer auf Gardenia. Alanas Job als Schauspielerin beim Schaltkreis macht ihr schwer zu schaffen und Marko ist in seiner Rolle als Hausmann ebenfalls alles andere als zufrieden. Komplizierter wird es, als Alana beginnt ihren Frust im Rausch zu ersticken und Marko die Tanzlehrerin Ginny kennenlernt und zu ihr ein weit innigeres Verhältnis aufzubauen scheint, als er in letzter Zeit zu seiner eigenen Frau hegte.

Wie bereits in den letzten drei Bänden eröffnen sich auch hier wieder diverse Nebenplots. Auf dem Zwergplanet des Robot-Königreich gibt es noch die strickte Trennung zwischen Adel und Pöbel und zu letzterem gehört Dengo. Dieser ist im Königspalast für die Sauberkeit zuständig und hat einiges an Vergangenheitsbewältigung zu leisten, was er mit ausdrucksstarkem Gewaltpotential zeigt. Gewendolyn und Sophie versuchen noch immer eine Möglichkeit zu finden Der Wille zu helfen und Prinz Robot IV betäubt die Wahrnehmung mit Dauerorgien im Bordell.

Eigentlich bleibt alles beim alten in der skurrilen Space-Opera. Fiona Staples’ Artwork entwickelt sich von Band zu Band immer weiter und sie scheint in den Figuren mittlerweile komplett aufzugehen. Eine wunderbare Arbeit. Der rote Faden der Geschichte wird kontinuierlich weiter gesponnen und es ist immer noch beeindruckend, wie flüssig sich die Story liest. Der 160 Seiten starke Band scheint innerhalb von Minuten am Leser vorbeizustürmen und man hat umgehend das Bedürfnis direkt den nächsten in die Hand zu nehmen. So trashig und teilweise künstlich überdreht die Ideen manchmal transportiert scheinen, schafft es Vaughan immer wieder nah am Leser zu schreiben. Saga ist so vulgär wie empfindlich und so gewalttätig wie liebevoll. So obszön und manchmal gar abstoßend er auch erzählt, schreibt er letztendlich eine wunscherschöne Familiengeschichte, mit ehrlichen Charakteren und atemberaumbend schwachsinnigen Ideen. Von Douglas Adams bis Star Wars, mit einem Funken Fantasy und ganz viel Trash, ist Saga momentan wohl vielleicht die beste Serie im Cross Cult Programm.

Bewertung:

 

Verlag: Cross Cult 
Format: 16x24 Hardcover
Vö-Datum: 12.02.2015
Originalausgaben: US Saga #19-24
Seitenzahl: 160
Sprache: Deutsch

Preis: 22,00 €

Darf gern geteilt werden! 🙂

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