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Marvel’s Daredevil - Das Superhelden Kino erreicht Serienformat... und die Revolution beginnt!

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(Copyright: Netflix / Marvel)
Ja ich weiß, Marvel’s Daredevil ist bei weitem nicht die erste Superhelden Serie im TV. Aber sie ist mit Abstand die wichtigste bisher. Das hat mehrere Gründe. Fangen wir am Anfang an.
Vor ca. 2 Jahren gab Marvel bekannt, mehrere Supherhelden Titel im TV Serienformat bringen zu wollen. Daredevil sollte den Anfang bilden. Gefolgt von Luke Cage, Jessica Jones, Iron Fist sowie einer Miniserie zu The Defenders.
Ein Großprojekt möchte man meinen. Doch nach Marvel’s eher dürftigem ersten Schritt in die TV Serienwelt, mit Agents of S.H.I.E.L.D. und dem doch deutlich erfolgreicherem Versuch von DC / Warner mit Arrow, konnte man nach der Ankündigung schon etwas überrascht die Augenbrauen hochreißen.
Dass Marvel in dem monströsen Kopf an Kopf Rennen um die Publikumsgunst den Kinosaal beherrscht, steht außer Frage. Versuchen sie nun verzweifelt nachzulegen, damit DC sich stattdessen nicht im TV konkurenzlos breit macht?
Nun ja, es schoss einem vieles durch den Kopf, aber als Zuschauer konnte es einem letztendlich egal sein. Man wollte gute Serien sehen, ein gutes Format vor die Nase gesetzt bekommen und das am liebsten so schnell wie möglich. Marvel schien sich das zu Herzen zu nehmen und legt mit Daredevil den Grundstein für ein qualitatives TV Franchise, das es in vergleichbarerer Form bisher nicht gegeben hat.
Versteht mich nicht falsch, ich mag Arrow, genau wie Flash oder Gotham... aber diesen Serien fehlt dieser gewisse Funke, der aus dem Format den seltenen, kleinen Rohdiamanten macht, den Serienzuschauer aus dem Meer an Angeboten zu fischen hoffen.
Serien die nach wenigen Folgen durch reine Viralwirkung zum Kult werden. Serien die man vor lauter Hype bereits gut findet, ohne auch nur eine Folge gesehen zu haben. Ihr wisst was ich meine. Niemand gibt es gern zu, aber wir alle haben uns schon mal von einem Hype gefangen nehmen lassen. Niemand will das, aber es passiert nun mal. Manchmal. Und wenn es passiert, sind das doch die tollsten Entdeckungen.
Wir alle haben wahrscheinlich ein paar Leute im Freundeskreis, die Game Of Thrones bis zur 4. Staffel noch entsagt haben und die gehypten Fanboys elterlich belächelten. Bis sie irgendwann doch jämmerlich einknickten. Klammheimlich, allein in ihren 4 Wänden, die erste Staffel begonnen und seit dem Fan #1 der ersten Stunde sind.
Ich werde mich natürlich hüten an dieser Stelle Daredevil mit Game of Thrones gleichsetzen zu wollen, also atmet tief durch und packt die Valar Morghulis Dolche wieder ein. Dies ist kein Ort für Blasphemie. Aber Daredevil ist in gewisser Weise einzigartig im Bereich der Superhelden TV Serien, denn die Serie versucht mehr als nur Durchschnitt zu sein... und dies scheint auch zu gelingen.

Im Gegensatz zu DC’s bisherigem Serienmaterial setzt Marvel bei Daredevil mehr auf „Blanke-Faust-Erzählungen“, deutlich weniger Kitsch, mehr Blut, mehr Abgründe, mehr Grautöne in der Charaktergestaltung. Wo Arrow und Flash glänzen und strahlen, spuckt Daredevil Blut auf den Asphalt.
Mit geschickt gewähltem Cast und ausbalancierten Gegenspielern in Form von Murdock und Fisk, kreiert man eine glaubwürdige Fehde, die über den wöchentlichen 50 Minuten Plot hinausgeht. Man gestaltet einen Mikrokosmus im großen Universum, denn die Brücken zum Marvel Cinematic Universe sind geschlagen. Subtil, aber sie sind da. Wichtigstes Easter-Egg ist dabei gewiss die immer wieder vorkommenden Anspielungen auf den „New York Incident“, den Vorfall aus Avengers. Aber auch Bullseye wird angeteased und Stan „The Man“ hat ebenfalls seinen obligatorischen Auftritt.

Die Netflix Kunden unter euch Superhelden-Enthusiasten, werden sicherlich wie ich, die erste Staffel Dardevil in bester „Binge Watch“ Manier am Stück durchgezogen haben. Meiner Meinung nach ein weiterer Vorteil der Serie: die Verfügbarkeit. Kein exklusives Streaming auf Sky und im Anschluss Monate des Wartens, darauf dass die Staffel vielleicht doch mal bei Prime erscheint. An einem Tag, zeitgleich mit den Staaten, in voller Länge verfügbar. So stelle ich mir Serien Unterhaltung im Jahr 2015 vor.

Marvel und Netflix machen mit der Premiere von Dardevil vieles richtig und zeigen ein erwachsenes Serienkonzept, das weit über das Interessenspektrum von Superhelden Fans hinausgeht. Damit setzen sie DC gewaltig unter Druck. Letztendlich kann das aber auch zum Vorteil für uns Zuschauer werden. Wenn die Produktionsfirmen in qualitativen Zugzwang geraten, wer weiß was für tolle Formate uns dann noch bevorstehen!?!

Darf gern geteilt werden! 🙂

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