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Review: Ant-Man #1 - kleiner Mann, ganz groß!

  • Beitrags-Autor:
(Copyright: Panini Comics)
Junge, Junge, da legt sich Panini Comics aber ins Zeug. Die neuste Ant-Man Volume des aufstrebenden Autors Nick Spencer ist in den Staaten gerade erst gestartet, da bringt Panini unlängst die ersten Ausgaben im Sonderband Format in die Comicshops.
Ergibt Sinn, schließlich startet in der nächsten Woche der groß angekündigte Kinofilm zu dem meist leider wenig beachteten Marvel Helden.
Für die etwas jüngeren Fanboys unter euch die Ant-Man evtl. für ein billiges Pendant zu DC’s Aquaman halten, sei gesagt, der ursprüngliche Ant-Man (Hank Pym) war 1963 bereits Gründungsmitglied der Avengers und das noch 4 Ausgaben vor Captain America. Seine Historie ist letztendlich vielleicht nicht ganz so tiefgreifend wie die manch anderer Marvel Heroen, aber sie reicht weit zurück. Soviel dazu.
Deutsche Leser dürften bereits einigen Kontakt mit Autor Nick Spencer gehabt haben. Er schrieb kurzweilig zusammen mit Jonathan Hickman an dessen Avengers, war beteiligt an den Secret Avengers, schrieb die Ultimate X-Men sowie die absolut hochgelobte, aber in Deutschland kaum beachtete (schämt euch!) Image Comics Serie Morning Glories (erst bei Panini, aktuell bei Dani Books). Der Mann arbeitet also aktuell massiv daran sich einen Ruf aufzubauen. Gut so... denn er hat Talent.

Das Comic setzt in etwa da an, wo auch die Story im Film beginnen wird: im Ant-Man Kostüm steckt längst nicht mehr Hank Pym, sondern der ehemalige professionelle Dieb Scott Lang. Dieser resignierte Verbrecher und heutige Superheld hat jedoch diverse Probleme: er ist geschieden, hat keinen Job, ist chronisch pleite und als Vater ein Totalversager. Dennoch liebt er seine Tochter Cassie über alles und versucht sein gesamtes Leben nach ihren Interessen auszurichten. Sehr zum Missfallen seiner Ex-Frau.
Scott wird als Superheld nicht wirklich ernst genommen und versucht daher einen Job als  Sicherheitschef bei Stark Industries zu ergattern. Natürlich stellt er sich dabei nicht gerade geschickt an und Tony (Iron Man) macht es ihm in seiner besten Ich-bin-ein-Arsch-und-ich-kann’s-mir-leisten-Manier auch noch zusätzlich schwer.
In den ersten drei US Ausgaben der neuen Ant-Man Serie wird das Genre Superhelden Comic von Nick Spencer wunderbar karikiert. Mit einem vollkommen selbstironischen Protagonisten, der mehr an seiner gescheiterten Persönlichkeit als an seinem Heldendasein zu arbeiten hat, transportiert der Autor alles wofür Marvel Comics 2015 stehen will: ehrliche und menschliche Charaktere mit menschlichen Problemen. Spencer schreibt seinen Ant-Man dabei extrem witzig, mit unzähligen pop-kulturellen Querverweisen (bspw. die Erwähnung von Kinji Fukasaku’s Battle Royale) und schafft es, in wenigen Panels, den Leser eine Beziehung zu den Charakteren aufbauen zu lassen. Dabei lässt er die Historie des Scott Lang jedoch nicht außer Acht und flechtet dessen Vergangenheit immer wieder in den Plot ein.
(Copyright: Panini Comics)
Dies soll sich für den ersten Sonderband noch als glücklichen Umstand erweisen, denn wie oben bereits erwähnt, beinhaltet der Band lediglich die ersten drei US Ausgaben der neuen Serie. Mehr aktuelles Material wird zum Redaktionstermin wahrscheinlich noch nicht vorgelegen haben. Panini macht jedoch aus der Not eine Tugend und bringt als Bonus die US Ausgaben Marvel Premiere #47 und 48 aus dem Jahr 1979. In dieser zweiteiligen Geschichte lesen wir im Original wie aus Scott Lang der aktuelle Ant-Man wurde. Die Geschichte, auf die sich Nick Spencer in den ersten Ausgaben dieses Bandes und seinem ersten Story-Arc immer wieder bezieht.
Panini Comics mischt hier aktuelles und klassisches Material und gibt dem Leser somit die Möglichkeit den Protagonisten in vollem Umfang kennenzulernen. Chapeau!
Noch dazu sollte erwähnt werden, dass die beiden klassischen Ausgaben von X-Men und Fantastic Four Legende John Byrne gezeichnet wurden. Jetzt müssten doch eigentlich alle Augen funkeln und Geldscheine von allein aus den Brieftaschen springen!?!
Die neue Ant-Man Serie von Nick Spencer ist, neben Matt Fraction’s Hawkeye, Warren EllisMoon Knight oder Dan Slott’s Silver Surfer, eine weitere erstklassige On-going rund um Marvel Charaktere aus der zweiten Reihe. Wer gern erfrischend witzige und bodenständige Geschichten mit Charaktertiefe liest, sollte hier zwingend zugreifen. Ihr verpasst sonst eine echte Perle!

Eine Leseprobe gibt es hier.

Bewertung:

Verlag: Panini Comics
Format: Softcover
Vö-Datum: 07.07.2015
Originalausgaben: US  Ant-Man #1-3, US Marvel Premiere #47-48
Seitenzahl: 116
Sprache: Deutsch

Preis: 12,99 €

Darf gern geteilt und kommentiert werden! 🙂

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3 Kommentare
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Anonym
Anonym
18. Juli 2015 14:00

Und was ist das für eine Serie? https://www.paninicomics.de/-i13097.html

gehören die zusammen?

Emanuel Brauer
18. Juli 2015 14:26

Der Megaband behandelt den Ant-Man Eric O’Grady... die Serie muss in den Staaten um die 2005/2006 erschienen sein, wenn ich mich recht erinnere.

Kannst du ganz unabhängig von dieser Serie hier lesen.

Anonym
Anonym
18. Juli 2015 17:44

Danke.