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Comic Review: Batman - Jahr Null (Batman Paperback 04 & 05)

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(Copyright: Panini Comics)
Einer der Autoren die es wirklich verstanden das New 52 Konzept von DC Comics für ihre Geschichten zu nutzen, war zweifelsohne Scott Snyder. Seine Arbeit an der Fledermaus machte ihn zum Shooting-Star und zusammen mit der Zeichner-Koryphäe Greg Capullo kreierte er für viele vor allem junge Leser wahrscheinlich den idealen Einstiegspunkt in die dunkle Welt von Gotham City.
In der kommenden Woche erscheint der mittlerweile fünfte Reprint-Band der aktuellen Batman Serie bei Panini Comics. Der über 250 Seiten dicke Wälzer beendet nun den womöglich diskutabelsten Teil des Snyder-Runs: Zero Year. Grund genug sich die beiden Paperbacks zur Story mal näher anzusehen!

(Copyright: Panini Comics)

Der gesamte Plot der Story zog sich in den Staaten über ein Jahr hin. Aufgeteilt in drei Sub-Plots erzählen Snyder und Capullo uns von der Entstehung des Batman im neuen DC Universum.
Begonnen wird mit der Story Die geheime Stadt (Batman Paperback #04). Bruce Wayne kehrt nach langjähriger Abwesenheit nach Gotham zurück. Er hält seine Anwesenheit jedoch geheim, denn er will keine Aufmerksamkeit erregen.
Die Firma seiner Eltern wird von seinem Onkel, dem Bruder seiner Mutter, Philip Kane geführt. Der Ruf der Familie Kane ist in Gotham jedoch bei Weitem nicht so hoch angesehen, wie der der Waynes, weshalb Philip, als er zufällig von der Rückkehr seines Neffen erfährt, diesen bittet Teil der Firma zu werden. Philip hat auch allen Grund dazu, denn sein derzeitiger Berater namens Edward Nigma könnte ihm bald zum Verhängnis werden.  
Bruce Wayne hat jedoch andere Pläne, denn mit der Red Hood Gang macht sich eine äußerst gefährliche Bande in Gotham breit: geheimnisvoll, anonym und gnadenlos gefährlich. Ein Kreuzzug beginnt und der Junge, der einst durch die Hand eines Verbrechers seine Eltern verlor, wird zum Vigilanten.

(Copyright: Panini Comics)

In der darauffolgenden Story Die dunkle Stadt ist die Red Hood Gang gefallen und Batman muss einsehen, dass in seinem verzweifelten Versuch die Gang zu stellen, das wahre Übel seine Fäden im Hintergrund gezogen hat: der Riddler.
Nigma hat Gothams Stromnetz lahmgelegt und versetzt die Stadt in Angst. Der korrupte Commissioner Loeb interessiert sich jedoch nur bedingt dafür, denn seine Prämisse lautet: Kampf der Fledermaus! Zur gleichen Zeit kommen diverse Wissenschaftler bei mehr als seltsamen Morden ums Leben, ihre Knochen scheinen unnatürlich zu wachsen. Wie sich rausstellt, steckt ein gewisser Dr. Death dahinter und Bruce Wayne wird klar, er muss an mehreren Fronten kämpfen.

Letztendlich führen jedoch alle Strippen zum Rätselmann und in der abschließenden Story Die wilde Stadt muss sich Batman nach einem mehrwöchigen Aussetzer in einem unterjochten und vom Riddler unter Kontrolle gebrachten Gotham zurechtfinden, in welchem dieser mit barbarischer Härte seinen Machthunger auslebt. Batman hat nur noch eine Chance den Riddler zu stürzen und er ist gewillt diese zu nutzen!

(Copyright: Panini Comics)

Das resetten der Kontinuität eröffnete Scott Snyder ungeahnte Möglichkeiten die Ursprungsgeschichte des Batman neu zu erzählen. Dabei hangelt er sich gekonnt an den von ihm selbst verehrten Vorlagen wie Batman: Year One oder auch The Killing Joke entlang und schafft etwas Neues, etwas das viele Elemente unterschiedlichsten Ursprungs kombiniert.
So verwendet er das Konzept von Frank Millers Arbeit am Ursprung der Fledermaus und erweitert es in der Charakterbildung, lässt Bruce Wayne neue Aspekte der Verbrechensbekämpfung ausleben, führt Familienzwists hinzu oder auch eine deutlich vertiefte Darstellung der Beziehung zwischen Bruce und Alfred. Bruce kämpft vermehrt bei Tageslicht, wirkt ungehobelter, unsicherer, einfach jünger. Er mischt sich verdeckt unter die Verbrecherbande, um sie zu infiltrieren, um seinen Gegner kennenzulernen und seine künftigen Methoden zu evaluieren.
Dabei erfahren wir von seiner misstrauischen Haltung gegenüber Jim Gordon und sehen, wie die Bat-Höhle ausgebaut wird und all das, was in der späteren New 52 Kontinuität das Wesen des Batmans ausmacht, langsam Form annimmt.

Ältere Leser wissen natürlich zu wem der mysteriöse Edward Nigma, der in Die geheime Stadt nur einen kurzen Auftritt hat - danach aber eine zentrale Rolle spielt, einmal werden wird. Und wir wissen auch wer sich unter der Maske von Red Hood #01 verbirgt und zu wem dieser werden wird, nachdem er im Chemikalienbehälter von ACE CHEMICAL versenkt wurde. Oder dass der furchterregende Dr. Death aus der darauffolgenden Crime-Story Die dunkle Stadt der erste Super-Villain der Batman-Historie war (Tec #29), usw.
Das Entscheidende ist jedoch: selbst wenn man als erfahrener Leser nur geringfügig neue Aspekte aus dem Ursprung des Batman ziehen kann, bekommt man letztendlich dennoch eine tolle Story!

(Copyright: Panini Comics)

Man muss sich vor Augen führen, dass Snyder den Ursprung der wichtigsten Verlagsfigur in einem neuen Universum neu erzählen soll. Ein schwieriges Unterfangen, wenn man bedenkt wie Comic-Fanboys ihre schützenden Hände über ihre heiligen Comic-Klassiker halten. Der Vorteil ist jedoch: Snyder ist selbst Fanboy, weshalb er sein Zero Year wie einen Vorlagen-Mashup erzählt, bei dem die Easter-Eggs geradezu aus den Seiten purzeln (bspw. beim Einbauen der Dark Knight Returns Silhouette oder dem Tec #27 Cover). Und das kann er verdammt gut.

Passen die Klassiker dann aber noch in die gleiche Kontinuität? Nun, eigentlich nicht. DC Comics hat sich immer bedeckt gehalten, welche älteren Storys im Neuen DC Universum Kanon seien und welche nicht. Unter logischer Betrachtung passen Millers Year One und Snyders Zero Year jedoch nicht in den gleichen Kanon. Nur ein Beispiel: Zero Year handelt 6 Jahre vor der gängigen Kontinuität. In Millers Year One war Jim Gordon Jr. noch ein Säugling, in der gängigen Kontinuität des New 52 Universums (nach aktueller Zeitrechnung als 6 Jahre später) ist er jedoch bereits ein ausgewachsener Serienkiller (mehr dazu in der Batgirl-Serie von Gail Simone).

(Copyright: Panini Comics)

Nun kann man sich natürlich darüber streiten oder einfach die Story genießen. Ich bevorzuge da ganz klar Letzteres. Wer die Umbrüche der letzten Jahrzehnte mitgemacht hat, weiß, dass sowieso selten ein Stein lange auf dem anderen bleibt. Und außerdem ist Zero Year zu gut, um es in der ewigen Fehde, auf der Suche nach der einzig wahren Ursprungsgeschichte, untergehen zu lassen.
Scott Snyder und der großartige Greg Capullo beweisen seit dem Neustart des Universums, dass sie zusammen ein Kreativ-Team sind, das wohl in die Batman-Historie eingehen wird. Und Batman: Zero Year ist nur ein Grund von vielen dafür. Es kombiniert fantastisches Story-Telling, mit interessanter Charakterentwicklung und einem der besten Batman-Artworks seit Jahrzehnten. Von mir gibt es 4 Punkte für die tolle Geschichte, einen halben Fanboy extra für das Artwork und für euch: eine dicke Kaufempfehlung!

 



Titel: Batman Paperback #04 - Jahr Null: Die geheime Stadt
Verlag: Panini Comics 
Format: Softcover/ lim. Hardcover
Vö-Datum: 21.07.2015
Originalausgaben: US Batman #0, 21-24
Seitenzahl: 172
Sprache: Deutsch
Autor: Scott Snyder
Zeichner: Greg Capullo

Preis: 16,99 € / 29,00 €

Titel: Batman Paperback #05 - Jahr Null: Die dunkle Stadt
Verlag: Panini Comics 
Format: Softcover/ lim. Hardcover
Vö-Datum: 12.04.2016
Originalausgaben: US Batman #25-27, 29-33
Seitenzahl: 252
Sprache: Deutsch
Autor: Scott Snyder
Zeichner: Greg Capullo

Preis: 19,99 € / 29,00 €
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