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Comic Review: Sherlock Holmes und die Vampire von London (Splitter)

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Comic Review: Sherlock Holmes und die Vampire von London (Splitter)

Comic Review: Sherlock Holmes und die Vampire von London (Splitter)

Die wohl bekannteste im späten Viktorianischen Zeitalter angesiedelte Romanfigur bietet unendliche Möglichkeiten der Verarbeitung in unterschiedlichsten Medien. Ob TV, Kino oder Comic, „Sherlock Holmes“ ist allgegenwärtig. Zusammen mit Alessandro Nespolino widmete sich Autor Sylvain Cordurié bereits in „Crime Alleys“ den frühen Tagen des Meisterdetektivs.
Abseits dessen arbeitet er mit Zeichner Laci an einer Verwebung Sherlock Holmes in unterschiedlichste literarische Begebenheiten. So ließ er ihn bereits auf H.P. LovecraftsNecronomicon“ los (ebenfalls bei Splitter), wobei es beim nun vorliegenden „Sherlock Holmes und die Vampire von London“ selbstredend um die blutrünstigen Nachtgestalten gehen soll.

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(Copyright: Splitter Verlag)

Autor Cordurié konzentriert sich in seiner Erzählung im Speziellen auf die Jahre 1891 bis 1894, in denen Holmes als tot galt. Denn wie wir wissen, ist dieser im Zuge des „Reichenbachfalls“ in der Schweiz, im Kampf mit seinem Widersacher Moriarty, ums Leben gekommen. Wie wir jedoch ebenfalls wissen, ist dieser Tod lediglich eine findige Täuschung Holmes, eine Chance um unterzutauchen. So versteckt er sich aktuell in Paris und nutzt die Zeit, in der ihn England für tot hält, wobei Moriartys Männer die Bakerstreet stets im Auge haben, um zu reisen und eine Weile für sich zu bleiben.
Selbst sein treuer Gefährte Dr. Watson weiß nichts vom fingierten Ableben seines Freundes und lebt sein Leben weiter, im Glauben einen schrecklichen Verlust erlitten zu haben.

Die erhoffte Ruhe wird jedoch unlängst gestört, denn finstere Ereignisse in der Londoner Unterwelt holen den Meisterdetektiv selbst in Paris noch ein. Und so verstrickt er sich in einen Machtkampf der Vampirclans Londons, denn Sherlock soll helfen einen mordenden Abtrünnigen zu fassen und ist dadurch gezwungen in seine Heimatstadt zurückzukehren, jedoch ohne dabei entdeckt zu werden.

Was Cordurié und Laci mit ihrem mehr oder minder dreisten Genre-Mix hier fabrizieren, entwickelt sich zu einer massiv überraschend guten Unterhaltung. Die Abwegigkeit dessen, dass sich der Meister der Logik dem Übernatürlichen so bereitwillig und selbstverständlich stellt, mag anfänglich dem stringenten Traditionalisten Unbehagen bereiten, wird jedoch von den beiden Kreativen äußerst gekonnt miteinander verwoben und zu einem spannenden Katz-und-Maus-Spiel geformt.
Lacis feine Linien, die trockenen Mimiken sowie die klassischen Panelaufteilungen, kombiniert mit den tollen Farben von Axel Gonzalbo, transportieren ein wunderbares Bild des Londons des späten 19. Jahrhunderts. Die Optik, Sprache und Querverweise zur Hauptfigur bilden in der Summe ein gelungenes Holmes-Abenteuer der besonderen Art.

Die Story kommt als dickes Splitter-Double-Album in gewohnt bester Qualität auf den Markt. Bereits in einigen Wochen wird die Reihe mit „Sherlock Holmes und die Zeitreisenden“ fortgeführt. Zeit und Grund genug, um sich dieser gelungenen Geschichte bei einer guten Tasse Tee zu widmen.

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3,5-Sterne

Titel: Sherlock Holmes und die Vampire von London
Verlag: Splitter
Format: Hardcover
Vö-Datum: 01.05.2016
Originalausgaben: /
Seitenzahl: 96
Autor: Sylvain Cordurié
Zeichner: Vladimir Krstić-Laci
Preis: 19,80 €

(Cover Copyright: Splitter Verlag)

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