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Comic Review: Starlight Bd. 01 - Die Rückkehr des Duke McQueen (Panini Comics)

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Comic Review: Starlight Bd. 01 - Die Rückkehr des Duke McQueen (Panini Comics)

Comic Review: Starlight Bd. 01 - Die Rückkehr des Duke McQueen (Panini Comics)

Muss man Mark Millar noch vorstellen? Kaum ein Autor auf der Welt verkauft aktuell mehr Comic-Bücher als der Schotte mit dem smarten Lächeln. Von keinem Comic-Autor wurden mehr Bücher verfilmt und zu absoluten Erfolgen an den Kinokassen („Civil War“, „Kingsman“, „Kick-Ass“ uva.). Und von keinem anderen Autor scheint Panini Comics aktuell mehr Creator-Owned-Arbeiten zu veröffentlichen.
Nach „MPH“ und „Jupiter’s Legacy“ (mein Comic des Monats Mai, hier die Review) folgt nun mit „Starlight: Die Rückkehr des Duke McQueen“ eine weitere seiner Image Comics Arbeiten, wobei „Chrononauts“ bereits in den Startlöchern steht (erscheint am 20. September).

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(Copyright: Image Comics)

Duke McQueen ist ein Held der alten Garde: vor ca. 40 Jahren rettete der einstige Militär-Pilot den Lichtjahre entfernten Planeten Tantalus vor einem grausigen intergalaktischen Diktator.
Wieder daheim auf der Erde glaubte ihm dies natürlich niemand und abgestempelt als Spinner und Lügner, wurde der heldenhafte Raumfahrer zu einem sesshaften Familienvater, mit zweifelhaftem Ruf. Das Glück einer Familie schenkte ihm den nötigen Rückhalt, doch mit dem Tod seiner Frau bricht sein Leben gänzlich entzwei.
Von den eigenen Kindern peinlich verspottet endet Duke als einsamer Mann in den 60ern, bis eines Tages ein Raumschiff in seinem Vorgarten landet und diesem ein Kind entsteigt. Tantalus muss sich einer neuen Bedrohung stellen und um diese zu meistern, brauchen sie ihren alten Helden Duke McQueen, denn auf Tantalus wird er noch immer verehrt, wie vor 40 Jahren.

Mit der Rückkehr des einstigen Helden Duke McQueen bedient sich der Ausnahmeautor Millar einer ganzen Wunderkiste an klischeebeladenen Köstlichkeiten, um ein durchdachtes und vor allem unterhaltsames Genre-Comic zu kreieren, das mit dem Millarworld-Stempel nicht mehr allzu lange auf eine Verfilmung warten dürfte. Die Rechte daran wurden sich auch bereits von Hollywood gesichert. Irgendwo zwischen Raymonds Flash Gordon, Buck Rogers, aber auch He-Man and the Masters of the Universe und nicht zu verkennenden Moebius-Designs pendelt sich diese fantastische Heldensaga ein.

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(Copyright: ImageComics)

Der Plot ist simpel und in klassischer Weise konstruiert: Held, Feind, Sidekick, stringente Ausmerzung der Bedrohung. Dabei arbeitet Millar bewusst mit dezenten Cliffhangern und verzichtet überraschenderweise auf den zu intensiven Gebrauch seiner üblicherweise allgegenwärtigen Gewaltdarstellung (siehe „Kick-Ass“ oder „Wanted“). Die emotionale Bindung an die Figur Duke McQueen wird blitzschnell aufgebaut, als hätte man all seine einstigen Abenteuer selbst miterlebt.
Der Verlust und der Schmerz, den McQueen zu erleiden hat sowie die Kompensierung dessen, was in ein lebensgefährliches Abenteuer mündet, wirken so verheißungsvoll und selbstredend, als würde Millar eine Geschichte über einen Helden erzählen, wie wir sie selbst erzählen wollen würden. Dabei wirkt der Comic so amerikanisch, wie es sich für eine Ehrerbietung an das pulpige Science-Fiction-Genre gehört, zeigt sich visuell jedoch in beinahe europäischer Optik.
Mit Goran Parlov hätte man dahingehend auch kaum einen besseren Illustrator für diese Sci-Fi-Odyssee finden können, denn seine liebevoll gestalteten Designs, irgendwo zwischen „Forbidden Planet“, „Flash Gordon“ und Moebius (siehe „Silver Surfer: Parable“ oder auch „Die Sternenwanderer“), kombiniert mit den Pastell-Farben von Ive Svorcina, konservieren nicht nur eine atemberaubende, minimalistische und ja, schon fast frankobelgische Ästhetik, sie nutzen diese gekonnt, um Millar den ausreichenden Raum für seine Heldensaga zu bieten.

Nach „Jupiter’s Legacy“ bringt Mark Millar mit „Starlight: Die Rückkehr des Duke McQueen“ einen weiteren Glücksgriff seiner eigenen Interpretation einer alternativen Heldenthematik, die unterhaltsamer kaum sein könnte. Mit Humor, vielen Emotionen und dem gekonnten Bedienen diverser Genre-Stilistiken, die spielend über den Rand von schlichtem Fanservice hinausgehend, erleben wie ein Science-Fiction-Abenteuer der Extraklasse. Bleibt nur zu hoffen, dass ein Old School Heroe wie Duke McQueen den Kanal noch lange nicht voll hat. Pflichtkauf!

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4,5-Sterne

Titel: Starlight Bd. 01 - Die Rückkehr des Duke McQueen
Verlag: Panini Comics
Format: Softcover
Vö-Datum: 23.08.2016
Originalausgaben: Starlight Vol. 01
Seitenzahl: 172
Autor: Mark Millar
Zeichner: Goran Parlov & Ive Svorcina
Preis: 19,99 €

(Picture Copyright: Panini Comics)

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