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Comic Review: Hulk Bd. 01 (Panini Comics)

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Comic Review: Hulk Bd. 01 (Panini Comics)

Comic Review: Hulk Bd. 01 (Panini Comics)

Puuuuhhhh... das verlief jetzt anders als erwartet. Als ich gelesen habe, dass sich Greg Pak (u.a. „Planet Hulk“) wieder dem großen, grünen Gamma-Goliath widmen würde und dazu noch Frank Cho (u.a. „Savage Wolverine“) für die Artworks zuständig wäre, war ich, zugegebenermaßen, schon sehr gehyped.
Was sich jedoch hinter einer Serie mit dem Namen „Totally Awesome Hulk“ verbergen könnte, hätte mir aufgrund der Namensgebung wohl schon eine kleine Warnung sein sollen.

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(Copyright: Marvel)

Die Ereignisse von „Secret Wars“ liegen 8 Monate zurück und in dieser Zeit hat sich einiges getan im Marvel Universum.
Die Veränderungen sind rigoros und machen natürlich auch vor dem Hulk nicht halt. Bruce Banner hat ausgedient, denn der aufstrebende junge Nervtöter Amadeus Cho bedient nun das cholerische Gemüt des gammaverseuchten Riesen und strebt eine völlig neue Ausrichtung des Hulks an: das ultimative Heldendasein.
Amadeus Cho, der unter anderem von Greg Pak miterschaffen wurde, hat es irgendwie geschafft, den Hulk in sich aufzunehmen und diesen sogar weitestgehend unter Kontrolle zu bringen. Aber wie? Der Verlauf des Bandes verrät es uns. Doch nebenbei sehen wir das geniale Genie Cho als das was er unter seiner hochintelligenten Fassade immer noch ist: ein rotznäsiger Teenager, der keine Gelegenheit versäumt, in Schwierigkeiten zu geraten.
Chos deutlich reifere Schwester hat dabei enorme Mühe ihr Bruderherz aus diesen Problemen herauszuhalten, wäre da nicht das Treiben einer gewissen Lady Hellbender, vom Planeten Seknarf Neun, die meint, halb Neuseeland zum Monsterjagdgebiet erklären zu müssen.

Die grundlegende Veränderung, mit der sich Leser des Hulks anfreunden werden müssen, ist der Wandel der Figur zum Comedy-Charakter. Im Stile der modernen Marvel-Ausrichtung ist das sicherlich schlüssig, versucht der Verlag doch vor allem über den unbefangenen, jugendlichen Humor vornehmlich jüngere Leser ins Boot zu ziehen. An dieses Konzept knüpft „Totally Awesome Hulk“ an und gesellt sich in eine Reihe mit Figuren wie Deadpool.
Das funktioniert überraschend gut, lässt jedoch die ursprüngliche Dramaturgie der Figur gänzlich hinter sich. An dieser Stelle kann man den Machern natürlich zugutehalten, dass der Charakterwechsel zu Amadeus Cho, als grüner Wutkoloss mit Hipster-Locke, dies deutlich homogener gestaltet, da dem „echten“ Hulk Bruce Banner dieses Out-Of-Character-Verhalten erspart bleibt.

Totally Awesome“ wird es letztendlich endgültig mit der Illustration von Frank Cho, welcher durch die Kolorierung von Sonia Oback unterstützt wird. Diese Cathy-Bonbon-Optik passt so wunderbar zu dieser überdrehten Trash-Geschichte und zeichnet sich wohl als eines der besten Hulk-Artworks der letzten Jahre aus.
Nicht nur voluminöse Splash-Pages ziehen sich durch den Band, sondern auch der Freiraum, den Autor Pak den Zeichnern zum Erzählen lässt. Manchmal sagt Optik einfach mehr als jede Sprechblase.

Der Hulk „smashed“, doch Greg Paks Stilbruch „smashed“ noch viel mehr und liefert mit Amadeus Cho einen jungen, zeitgemäßen Hulk, der viel Identifikationspotential mit seinen wahrscheinlich noch jüngeren Lesern mitbringen wird. Dass diese Serie nicht bei jedem alteingesessenen Leser ziehen wird, scheint wohl vorprogrammiert. Dafür sind Anspruch und Mehrwert einfach zu knapp gehalten. Mir gefällt das neue und frische Format jedoch deutlich besser, als alle „Doc Greens“ der Marvel Now! Zeit.

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3-Sterne

Titel: Hulk Bd. 01
Verlag: Panini Comics
Format: Softcover / lim. Variant
Vö-Datum: 27.09.2016
Originalausgaben: US Totally Awesome Hulk #01-04
Seitenzahl: 100
Autor: Greg Pak
Zeichner: Frank Cho & Sonia Oback
Preis: 12,99 € / 20,00 €

(Picture Copyright: Panini Comics)

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