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Comic Review: DC Rebirth Special - das DC-Comic-Heft des Jahres?

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Comic Review: DC Rebirth Special - das DC-Comic-Heft des Jahres?
© DC Comics

Comic Review: DC Rebirth Special - das DC-Comic-Heft des Jahres?

Welch suggestiver Titel, nicht wahr? Die, die ihr diese Ausgabe gelesen habt, wisst jedoch, egal ob ihr daran Gefallen gefunden habt oder nicht, dass es wahr ist: das „DC Rebirth Special“ ist mit Abstand das wichtigste DC Comic des Jahres. Vielleicht sogar das wichtigste Supehelden-Comic, das Panini Comics in diesem Jahr veröffentlichen wird.
Daher seid gewarnt, denn nicht nur ist der nachfolgende Text vollgestopft mit SPOILERN, wie eine überfette Weihnachtsgans, er ist außerdem so subjektiv wie möglich geschrieben. Denn der Hype-Train hat mich nicht nur abgeholt, sondern direkt überfahren.

+++ SPOILER-WARNUNG +++

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Es war nahezu unmöglich den Spoilern aus der US-Berichterstattung zu entgehen und die meist freundlichen US-Leser haben die Communitys auch nicht gerade mit zaghaften Informationen versorgt. Dennoch habe ich noch immer einen fiesen Schauer auf dem Rücken und diese kalte, schwere Ehrfurcht tief im Magen, nachdem ich das Heft vorhin beiseitelegte.

Panini Comics liefert das vorläufige Ende der geoff-johnsschen DC-Comic-Kontinuitäts-Kreativität (was ein Wort) in einem schicken 80-seitigen Heft, das gleich noch mit 2 edlen Variant-Version versehen wurde. Und ja, ich geb’s zu, ich habe mir auch das tolle Metallic-Variant-B besorgt. Diese Gary Frank Michelangelo-Referenz musste ich einfach haben.

Das DC Rebirth Special bei Panini Comics

DC Rebirth Special
DC Rebirth Special Variant A
DC Rebirth Special Variant B

In den letzten 20 Jahren hat kaum ein Autor von DC Comics so vehement an den Strippen der Kontinuität gezogen, gezerrt und gezwirbelt wie Geoff Johns. Nicht nur bewies er mit der „Infinite Crisis“, dass er ein großer Freund der Multiversums-Theorie ist, in dem er mal eben das komplette durch die „Crisis on Infinite Earths“ eingestampfte Multiversum zurückholte, so hauchte er auch dem verstorbenen Barry Allen und dem in Ungnade gefallenen Hal Jordan neues Leben ein.
Vor 5 Jahren erweiterte er das Universum dann auch noch durch den „Flashpoint“ und rüttelte die alteingesessene Kontinuität ordentlich durch. Die „New 52“ waren geboren, welche Johns dann folglich als Autor der „Justice League“ sowie diversen anderen Titeln begleitete. Mit „DC: Rebirth“ wird nun wieder ein Anker gesetzt und der alte Kahn in eine neue Richtung gezogen.

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Geoff Johns räumt in dieser 80-seitigen Comic-Granate mit nahezu allen Aspekten seiner bisherigen Schaffenskraft bei DC Comics auf, ohne diese zu rebooten. Denn „DC: Rebirth“ ist genau das nicht: ein Reboot.
Ins Zentrum der Geschichte stellt er vorerst Wally West (Pre-Flashpoint-Wally), der das Geschehen als Außenstehender betrachtet. Wally ist in der Speed Force gefangen und versucht zu entkommen. Er weiß, dass eine übermächtige Entität das Universum bedroht und seine Freunde, die ihn längst vergessen zu haben scheinen, in massiver Gefahr schweben. Und so reist er durch die unterschiedlichen Etappen des aktuellen DC Universums: er besucht Batman und erinnert ihn an den Brief seines Vaters (siehe „Flashpoint“), er besucht Johnny „Thunderbolt“ Thunder (ex-JSA), welcher mittlerweile als alter Greis in einem Heim lebt. Er beobachtet Saturn Girl während eines Polizei-Verhörs. Wir sehen Ur-Atom Ray Palmer sowie seinen Studenten Ryan Choi. Wir sehen Ur-Blue Beetle Ted Kord, der es mit Dr. Fate zu tun bekommt. Wir sehen Pandora und den Ur-Clark Kent, der durch „Convergence“ in die aktuelle Realität geholt wurde. Wir sehen, wie Aquaman seiner Mera einen Antrag macht und wir sehen Barry Allen, der sich endlich wieder an seinen Neffen erinnert. Und wir sehen... ja, wen?

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Geoff Johns nutzt dieses auf wenige Seiten wahnsinnig effektiv komprimierte Mega-Event nicht nur dazu, um in den zuletzt recht unsauber gepflegten Ecken der DC-Kontinuität zu wühlen, er tritt auch die Tür zu einem wahrlich großen Projekt auf: dem Implementieren der Watchmen.

Mal ehrlich, was ging in euch vor, als ihr den Button in Batmans Hand gesehen und den darauffolgenden Epilog gelesen habt?

Bereits im Finale der Justice League Story „Darkseid War“ wurde angeteast, dass Doctor Manhattan das Spielfeld betreten hatte. Im Rebirth Special verteilt Johns die Hinweise jedoch über die gesamte Ausgabe. Ob nun die Uhren-Symbolik in den Dave Gibbons-Panels auf der ersten Seite. Der Hinweis, dass der Doc bereits seit den Ereignissen des „Flashpoint“ seine blauen Finger im Spiel hatte - wie Wally schockiert erkennen musste. Oder Pandora, die scheinbar von Doctor Manhattan in rorschach-artigen Matsch verwandelt wurde, der mysteriöse Mr. Oz (Ozymandias?), der selbsterklärende Smiley-Button und natürlich... diese Panels:

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Unter diesem Aspekt scrollt doch bitte noch einmal hoch zum Titelbild und seht euch die blaue Hand an, die Superman versucht zu erreichen. Die Symbolik dahinter... das übermächtige Wesen, das alle anderen gottgleichen Helden in den Schatten stellt. Wie treffend kann ein Cover eine Story einfangen? So geht es.

Ganz unabhängig davon, ob einem das Vergreifen an Alan Moores unsterblichen Meisterwerk „Watchmen“ zusagen mag - und das sagt jemand, der bis heute nicht eine Ausgabe „Before Watchmen“ gelesen hat - trifft Johns den Nerv einfach punktgenau und verwebt vielschichtigen Fan-Service für Pre-Flashpoint-Puristen, mit der aktuellen Begebenheit des neuen DC-Kosmos und setzt mit den Watchmen noch die Krone oben drauf.
Das ist letztendlich nicht nur komplexes Story-Telling, sondern die umfangreichste und vor allem wirkungsvollste Werbung für kommende DC-Titel, die man sich nur wünschen kann. Ihr wollt die Fragen, die hier angestoßen werden beantwortet haben? Dann müsst ihr die kommenden Serien lesen. So einfach ist das. Der hiermit für die nächsten Jahre gelegte Grundstein liest sich zumindest fantastisch und einen besseren Drop-The-Mic-Abgang hätte Geoff Johns kaum hinlegen können. Respekt... sprach der Fanboy.

ComicReview_DCRebirthSpecial_PaniniComics_Cover

4,5-Sterne

Titel: DC Rebirth Special
Verlag: Panini Comics
Format: Heft / div. Variants
Vö-Datum: 28.02.2017
Originalausgaben: US DC Universe: Rebirth #01
Seitenzahl: 84
Autor: Geoff Johns
Zeichner: Ethan VanSciver, Gary Frank, Phil Jimenez
Preis: 4,99 € / 7,00 €

(Picture Copyright: Panini Comics & DC Comics)

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[…] dem „DC: Rebirth“ Special, was bei uns vor gut einem Jahr in die prall gefüllten Regale der Comic-Shops gestellt wurde, […]