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Marvel- und DC-Autor Tom Taylor nimmt aufgrund aktueller US-Einreisepolitik keine US-Reisen mehr vor - auch andere Autoren melden sich zu Wort

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Marvel- und DC-Autor Tom Taylor nimmt aufgrund aktueller US-Einreisepolitik keine US-Reisen mehr vor

Der australische Bestseller-Autor Tom Taylor (u.a. „Injustice: Gods Among US“, „All-New Wolverine“) gab über seine Facebook-Seite bekannt, in Zukunft keine US-Reisen bezüglich Convention-Teilnahmen oder anderweitiger Ziele vornehmen zu wollen.
Dies äußerte er bezugnehmend auf seine Absage der Emerald City Comicon. Als Grund gab er die aktuelle Einreisepolitik der US-Regierung an.

Sein vollständiges Statement liest sich wie folgt:

Leider werde ich in dieser Woche nicht an der Emerald City Comicon in Seattle teilnehmen. Ich habe außerdem alle anderen Einladungen zu Signierterminen und Conventions in den USA abgesagt. Ich weiß, ich bin aktuell bei Weitem nicht der Einzige, der sich besorgt über eine Reise in die USA zeigt, aber ich wollte meine Entscheidung zumindest erläutern.

Als erstes sei gesagt, dass mir diese Entscheidung sehr schwer fiel, denn ich habe mich wahnsinnig auf die Reise gefreut. Ich reise nun schon seit 2009 regelmäßig in die Staaten.
In diesem Jahre habe ich 4 Projekte bei über 3 verschiedenen Publishern sowie eine TV-Serie zu promoten. Darüber hinaus habe ich Fans und Kollegen, die ich gern getroffen hätte. Ich habe auch viele gute Freunde in den Staaten, die ich gern wieder besucht hätte, denn sie fehlen mir.

Jedoch fühlt sich die USA gerade nicht wie ein willkommenheißendes Reiseziel an, woran die meisten amerikanischen Bürger keine Schuld haben.

Es gab Berichte über Verhöre, Speicherung von Telefondaten, Eingriffe in Social Media Accounts, 5-jährige Reiseverbote und Einreiseverweigerungen, bei denen Kinder bis ältere Leute betroffen sind. All dies hat viele Menschen, die ich bisher gesprochen habe, dazu bewegt, ihre US-Reisen zu überdenken oder sogar gleich abzusagen.

Freunde rieten mir mein Telefon daheim zu lassen oder auch meinen Twitter Account einen Monat vor der Reise stillzulegen. Doch, ich lehne sowas ab.

Auf meinem Twitter-Account gehe ich nicht wirklich freundlich mit der aktuellen US-Regierung um, jedoch ist dies noch weit entfernt von irgendwelchen aufrührerischen Posts, die eine Einreise verhindern dürfen sollten... eine Einreise in ein Land, in dem die freie Rede eigentlich so hoch geschätzt wird.

Ein 15 Stunden Flug ist hart genug. Diesen dann aber auch noch in einer Unsicherheit verbringen zu müssen, möglicherweise in einem Nest voller übereifriger Grenzpolizisten hängen zu bleiben, während meine Frau und Kinder daheim auf meinen Anruf warten. Das ist der totale Alptraum.

Dennoch ist da noch mehr, das mich aktuell berührt und mich dazu zwang, im Gespräch mit meiner Familie, diese Entscheidung zu treffen. Und das ist der Gedanke, dass ich eigentlich nichts zu befürchten habe. Der Gedanke, dass ich wahrscheinlich ohne größere Probleme durchkommen würde... einfach nur weil ich ein weißer Kerl bin.

Ich möchte nicht in ein Land reisen, das sich im Prozess befindet, so vielen Menschen die Einreise zu verwehren, nur aufgrund dessen wo sie geboren sind oder an was sie glauben. Und daher werde ich es auch nicht.

Ich hoffe wirklich, dass sich bald wieder alles ändert. Ich hoffe, dass Amerika wieder dieser willkommenheißende Ort wird, der er für mich und viele andere einmal war. Ich hoffe, ich kann das Land irgendwann wieder ohne Angst bereisen. Und ich hoffe auch, dass das Land Flüchtlinge wieder willkommenheißen wird. Flüchtlinge, die Amerika mehr brauchen, als ich es je werde.

Bis dahin werde ich weiter jede Woche Geschichten über Amerikas größte, fiktionale Helden schreiben und hoffen, dass echte amerikanische Helden sich auflehnen werden.

Ich hoffe, wir sehen uns bald.

Tom Taylor

Hier der Original-Post:


 

Mittlerweile meldeten sich auch Künstler-Kollegen zu Wort:


(Picture Copyright: DC Comics / Boom Studios / Marvel / Tom Taylor)
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