Comic Review: The Coldest City (Cross Cult) - Vorlage zum Film ATOMIC BLONDE

Comic Review: The Coldest City (Cross Cult) - Vorlage zum Film ATOMIC BLONDE

Comic Review: The Coldest City (Cross Cult) - Vorlage zum Film ATOMIC BLONDE

Wenn wir eins vom letzten Hollywood-Autoren-Streik gelernt haben, dann, dass den Kreativen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten so langsam die Idee ausgingen, was einen massiven Boom auf Vorlagen alternativer Art in Gang setzte: den Comics. Noch nie zuvor wurden Comics derart oft für die große Leinwand umgesetzt. Und das betrifft bei Weitem nicht nur Superhelden.
Der in diesem Monat startende Film „Atomic Blonde“ von „Deadpool Vol. 2“ Regisseur David Leitch, mit Charlize Theron und James McAvoy in den Hauptrollen, ist da keine Ausnahme. Als Vorlage für den Spionage-Actioner diente in diesem Fall Antony Johnstons Graphic Novel „The Coldest City“, welche in den USA im Jahr 2012 bei Oni Press erschien und nun pünktlich zum Film, in einer deutschsprachigen Fassung von Cross Cult kommt. Grund genug mal einen Blick hineinzuwerfen.

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Im Frühherbst 1989 herrscht eine reichlich knisternde Stimmung im geteilten Berlin. Der Mauerfall steht kurz bevor, was von vielen Menschen zwar bereits erwartet wird, doch transportiert die Ungewissheit über die kommende Zeit eine ganz eigene, nicht greifbare Atmosphäre. Lorrine Broughton ist eine hochrangige Agentin des MI6, also des britischen Geheimdienstes (ja, genau... da wo Bond auch arbeitet), welche nach einem Mord an einem ihrer Undercover-Agenten nach Berlin zitiert wird. Offenbar war dieser in eine Angelegenheit verwickelt, die mit einer geheimen Liste zu tun hat, die alle in Berlin stationierten Agenten preisgeben soll.
Höchste Alarmbereitschaft also, denn, auch wenn sich der Kalte Krieg dem Ende nähert, stehen hier die Leben von noch immer aktiven Agenten auf dem Spiel. Broughton soll folglich die Situation untersuchen und die Liste auftreiben, bevor sie den Russen in die Hände fällt. Dabei helfen soll ihr David Perceval, ebenfalls Agent und seit vielen Jahren in Berlin stationiert. Doch genau damit fangen die eigentlichen Probleme erst an.

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Wasteland“-Autor Antony Johnston zaubert zusammen mit Zeichner Sam Hart (u.a. „Judge Dredd“) einen überraschend trockenen Spy-Thriller in die Seiten, der sich als klassische Agenten-Story versteht. Hier stehen keine wilden Schießerein und Explosionen im Vordergrund, sondern ein weitestgehend realitätsnaher Thriller über das Doppelagentendasein vertrackter Geheimdiensttätigkeiten. Lorrine Broughton wird dabei als zwar versierte, jedoch in der von Männern dominierten Geheimdienstwelt nur beschwerlich akzeptierte Agentin charakterisiert, die einfach nur ihren Job machen will... und das so gut wie nur möglich.
Das Katz-und-Maus-Spiel reißt den Leser direkt in die Story, wobei das gelegentliche Anteasen, durch die zwei verwendeten Zeitebenen, die Handlung dauerhaft frisch und spannend gestaltet. Ganz im Sinne von John le Carrés „Tinker Tailor Soldier Spy“ dreht man sich geschickt um undurchsichtige Figuren und plötzliche Plot-Twists und steuert kontinuierlich auf ein würdiges Finale zu. Ob der Film das Spannungsniveau des Comics halten kann, muss sich erst zeigen. An Qualität mangelt es der Vorlage jedenfalls nicht. Zwingende Empfehlung!

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4-Sterne

Titel: The Coldest City
Verlag: Cross Cult
Format: Hardcover
Vö-Datum: 12.07.2017
Originalausgaben: US The Coldest City
Seitenzahl: 192
Autor: Anthony Johnston
Zeichner: Sam Hart
Preis: 25,00 €

(Cover Copyright: Cross Cult)


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Natalie
Gast
Natalie

Bereits gelesen und für gut befunden. Wird CC den Nachfolger vom letzten Jahr auch bringen?

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