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Comic Review: Loki (Panini Comics)

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Comic Review: Loki (Panini Comics)
© Panini Comics

Comic Review: Loki (Panini Comics)

Erst kürzlich bedachte Panini Comics Michael Straczynskis und Esad Ribics fantastische Story „Silver Surfer: Requiem“ mit einer kleinen aber feinen Neuauflage. Die Geschichte erschien ursprünglich im Zuge der damaligen Marvel Graphic Novel Reihe und wurde nun noch einmal losgelöst als Stand-Alone-Titel wieder veröffentlicht. Doch wie es scheint, war dies nicht der einzige Titel aus der damaligen Marvel-Albenriege, welcher im neuen Gewand noch einmal auf die Leserschaft losgelassen werden sollte, denn mit „Loki“ folgt nun die nächste Neuauflage, welche bereits im Jahr 2004 von Robert Rodi verfasst und ebenfalls von Esad Ribic gezeichnet wurde. In der Graphic Novel Reihe brachte Panini Comics die vierteilige Mini-Serie ein Jahr später als Band Nr. 06 der Reihe.

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Odin und dessen Sohn Thor sind gefallen, besiegt vom listigen Loki. Der Loki, der einst von Odin selbst nach der Schlacht gegen Lokis Vater Laufey und dessen Frostriesen vom König der Asen gefunden und aufgenommen wurde. Doch dass es dazu kam, war eine List von Loki selbst, der viele Jahre später mit Hilfe von Hela in die Vergangenheit reisen sollte, um Odin und dessen Vater Bor auf hinterhältige Weise zu entzweien und verwünschen zu lassen, so dass Odin den Prinzen des Unheils viele Jahre später wie eine Bürde aufnehmen würde... Der Tag von Lokis Machtergreifung sollte demnach kommen und er kam. Während Odin im Kerker schmort, der Donnergott in Ketten liegt und dessen Gefolgsmänner außer Gefecht gesetzt wurden, empfängt Asgard einen neuen Herrscher. Doch worum Loki sich selbst nie Gedanken machte, war, dass alles seinen Preis haben würde. Und so meldet sich Hela zurück, die ihm einst bei seinen Listen geholfen hatte und fordert ihren Tribut: den Kopf von Lokis Halbbruder Thor.

Inhaltlich ist die Story mit einem recht einfachen Konzept gestrickt. Romanautor Robert Rodi charakterisiert den zwiegespaltenen Loki wie den heimtückischen Bruder, der sich selbst immer als benachteiligt sieht, da er im Schatten seines Bruders Thor steht und nun die Chance der Machtergreifung wittert. Die Asen sind ihm natürlich alles andere als hold, was zu einigen beinahe witzigen Dialogen und Szenen führt. Doch vor allem die textstarken Dialoge mit Odin, Freya oder auch Hela zeigen auf, welch versierter Schreiberling Robert Rodi doch ist, denn bei aller Heimtücke gelingt es Rodi seinen Protagonisten als gebrochene Figur darzustellen, die für etwas Anerkennung einfach die falschen Pfade eingeschlagen hat. Was ihn wiederum sehr menschlich darstellt.

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Esad Ribics meisterhaftes Artwork macht dem mittlerweile verstorbenen Frank Frazetta höchste Konkurrenz. In epischen Fantasy-Gemälden visualisiert Ribic die kurze Machtübernahme des Laufeysohns und lässt den Leser dabei beinahe vergessen, dass er hier eigentlich gerade einen Superhelden-Comic liest. So durchzieht den Band eine optisch mehr als düstere Grundstimmung, die sich gekonnt mit der Handlung deckt und Lokis Verzweiflung regelrecht spürbar macht. Die Darstellung des fiesen Prinzen der Heimtücke ist hier alles andere als jugendlich oder gar ästhetisch. Wie ein alter, griesgrämiger Mann, der er geworden ist, zeigt er sich mit Zahnlücken und in Unmut gefallenen Gesichtsfalten. Wohingegen sein erhabener Bruder das personifizierte Abbild der Stärke zu sein scheint.
Ob einem der metafiktionale Handlungsbogen nun gefällt oder nicht - und für ein Nichtgefallen gibt es keinerlei Anlass -, allein aufgrund der optischen Erhabenheit gehört dieser Comic in das Regal eines jeden Comic-Liebhabers. Eine in allen Belangen wunderbare Arbeit und mit Abstand der bis dato beste Comic der je zur Figur umgesetzt wurde.

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