DCs Co-Publisher Dan DiDio & Jim Lee zeigen sich besorgt aufgrund „Übersättigung des Comicmarktes“

DanDidio_JimLee_Photo-by-Phillip-Faraone

DC Comics’ Co-Publisher Dan DiDio und Jim Lee zeigten sich jüngst in einem Interview mit dem US-Magazin ICv2 besorgt über eine potentielle Übersättigung des Comic-Direct-Marktes, welche nach Ansicht DiDios der Grund für den Rückgang der Verkaufszahlen im Jahr 2017 gewesen sein könnte.
Im Vergleich: der Markt für Comics und Graphic Novels (rein auf die USA bezogen) generierte im Jahr 2017 ganze 6,5 % weniger Einnahmen, als im Vergleich zum Vorjahr. Laut DiDio komme als Grund dafür vor allem die Übersättigung des Marktes durch zu viele unterschiedliche Titel in Frage.

DiDio sagte im Wortlaut:

Ich befürchte, dass es hier möglicherweise eine Produktübersättigung geben könnte. Wenn du dir die Zahlen anschaust, blickst du auf monatlich auf 400 wiederkehrende Titel. Und dabei will ich gar nicht an die Zahl der monatlich erscheinenden Collections denken. Das ist unglaublich.“

Betrachtet man die Diamond-Comics-Zahlen für den Juni 2018, brachte DC Comics 73 Comics und 31 Graphic Novels  / Collections auf den Markt, während Marvel mit ganzen 83 Comics und 33 Graphic Novels / Collections auffuhr. Der gesamte nordamerikanische Markt brachte es im Juni derweil auf 437 Comic-Publikationen und 340 Graphic Novels / Collections. Das sind 777 Veröffentlichungen für den Juni 2018, zu denen sich noch 21 Magazine gesellten.

Für die Interessierten, hier die Marktverteilung:

Weiter heißt es von DiDio:

Wenn man das Marktwachstum betrachtet, wird man feststellen, dass täglich neue Firmen zum Markt dazu stoßen. Diese scheinen auch mit einem immer stärkeren Angebot aufzuwarten, so dass man hier nicht mehr von einem langsamen Wachstum sprechen kann. Dies stellt immer größere Herausforderungen für die Retailer dar. [...] Wie gesagt, unser eigenes Angebot bleibt weitestgehend konstant, doch dieses stets wachsende Angebot an neuen Titeln und Verlagen macht es für die Händler immer schwerer ihr Angebot zu wählen.“

Auch über die mittlerweile viel diskutierte Preisentwicklung der US-Comics will DiDio noch ein paar Worte verlieren.

So sagt er:

Der Basispreis für periodische Comics ist mittlerweile bei 3.99 Dollar angekommen. Ich gehe stark davon aus, dass viel Geld dabei ausgegeben wird, höherpreisige Comics zu kaufen, anstatt das Geld für eine größere Anzahl von Titeln zu einem niedrigeren Preis zu verwenden.“

Wenn man bedenkt, dass DC Comics einer von zwei großen Playern des US-Marktes ist, die sich maßgeblich für die gegenwärtige Preisgestaltung verantwortlich zeigen... jap, DC ist demnach nicht unschuldig daran, dass man mittlerweile einen Basispreis von 3.99 Dollar erreicht hat, schließlich fuhr der Verlag nicht selten auch bereits Titelreihen mit noch höherem Heftpreis.
Auch sollte bedacht werden, dass man mit mehreren zweifach monatlich ausgelieferten Titeln - was DC Comics gegenwärtig vollends ausschöpft - ebenfalls gewaltig am Kaufverhalten der Kunden schraubt. Andererseits sollte bei einer ganzheitlichen Betrachten vielleicht auch Marvels gegenwärtige Veröffentlichungspolitik, inkl. regelmäßiger Relaunches, What-If-Veröffentlichungen, Event-Tie-Ins und One-Shots, nicht zu kurz kommen.

(Picture Copyright: Diamond Comic Distributors / Photo: Phillip Faraone)

Gründer und Betreiber von bizzaroworldcomics.de
Passionierter Fanboy, Comic-Nerd & -Blogger.


Anzeige
avatar
xgismo33x
Gast
xgismo33x

Es ist wirklich schwer den überblick zu behalten von den vielen Veröffentlichungen ( übrigens tollen Blog den du da machst ) .
Würde es schöner finden wenn man sich auf weniger Hefte im Monat beschränken würde zu einem sagen wir mal teueren Preis .
Zum Beispiel kosten die Hefte nur 3,99$ was wirklich nicht viel ist aber bei der Masse weiß man nicht was man kaufen soll somit Kauf ich mir nur eins und lass die anderen liegen und warte später auf das TPB .
Was auch total nervt sind die ganzen relaunches , kommt ein neuer Film ins Kino gibt es gleich wieder die alten Comics im Handel , die so wie ich es bei uns in den Läden sehe nur Platzhalter sind .
An Ideen für neue Sachen kann es ja nicht liegen so wie ich das sehe aber verdienen die Zeichner und Autoren noch was an den ganzen Heften ?

Scipio
Gast
Scipio

Guter Kommentar deinerseits am Ende. Darüber hinaus: Ich selbst lese relativ viel, aber ausgewählt. Von den Kosten abgesehen überfordert mich schlichtweg das Angebot.
Neben dem Lesen bin ich gefühlt schon ausreichend damit beschäftigt, den Überblick über meine paar regelmäßigen Serien und die lohnenswertesten Neuheiten zu behalten. Gut, dass es z.B. deinen Blog gibt - Alleine bei Image zu selektieren was mich interessieren würde passt zeitlich gar nicht mehr. Und durch die Vielzahl an regelmäßgen VÖs habe ich auch keine Lust, mehr Geld zu investieren um neues auszuprobieren.