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KNV-Insolvenz: Auswirkungen könnten Comicmarkt schwer treffen

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KNV-Insolvenz: Auswirkungen könnten Comicmarkt schwer treffen

Wie diversen Medienberichten in den vergangenen Tagen zu entnehmen war, wurde seitens Deutschlands größtem Buchgroßhändler KNV jüngst ein Insolvenzantrag gestellt, was nicht nur die Belegschaft in der Hauptverwaltung in Stuttgart in Sorge versetzt.

Das mit 1.800 Mitarbeitern bestückte Unternehmen unterhält seit gut 5 Jahren das KNV-Logistikzentrum in Erfurt, von wo aus rund 5.600 Buchhandelsfilialen (davon allein 4.200 in Deutschlan) beliefert werden. Nach Angaben des Unternehmens werden ganze 590.000 von über 5.000 Verlagen als Barsortiment für nachfolgende Vertriebswege vorgehalten, wobei KNV zusätzlich noch die Verlagsauslieferung als Dienstleister für über 250 weitere Verlage übernimmt.

Grund für die wirtschaftliche Notsituation soll der Umzug des Logistkzentrums von Köln und Stuttgart nach Erfurt gewesen sein, welcher ursprünglich mit 150 Millionen Euro Kostenaufwand kalkuliert wurde, jedoch aufgrund diverser Verzögerungen einen massiven finanziellen Mehraufwand generierte. Nachdem diverse Verhandlungsgespräche mit potentiellen Investoren ins Leere liefen, reichte KNV nun offiziell Insolvenz ein.

Auswirkungen auf den Buchmarkt

Das seitens KNV vorgehaltene Barsortiment stellt vor allem für Buch- aber auch Comichändler einen wichtigen Aspekt im Tagesgeschäft dar, werden vornehmlich daraus kurzfristig angefragte Titel beschafft, die nicht über langfristige Planung bei den Verlagen geordert wurden. Selbst ein Gigant Amazon zehrt aus dem umfangreichen Barsortiment des Buchgroßhändlers.

Wirft man einen Blick auf unabhängige Comicverlage wie dem Bielefelder Splitter Verlag und den in Ludwigsburg beheimatetet Verlag Cross Cult Comics, stellt man fest, dass diese sowie auch dutzende weitere Comicverlage ihren Vertrieb vornehmlich über den Peter Poluda Medienvertrieb (kurz PPM) gestalten, welcher ebenfalls zur Belieferung der Buch- und Comicläden sowie auch für die Belieferung von Amazon bisher auf das Barsortiment von KNV zurückgriff.

Comicverlage wie Carlsen wickelten bisher sogar ihre gesamte Vertriebslogistik über die Koch, Neff & Oetinger Verlagsauslieferung ab, welche ebenfalls Teil der KNV-Unternehmensgruppe ist und wiederum auch von der Insolvenz betroffen sein wird.

Eine ungewisse Zukunft

Auch wenn die nun unter Insolvenz stehenden Sub-Unternehmen der KNV-Gruppe bereits betonten, dass das Tagesgeschäft vorerst regulär weiterlaufen werde, hat der PPM Vertrieb bereits angekündigt, das KNV Barsortiment ab jetzt nicht mehr mit von PPM vertriebenen Verlagstiteln zu beliefern und sich fortan um eine potentielle Zusammenarbeit mit einem konkurrierenden Unternehmen zu bemühen (so berichtet Comic.de).

Comic- und Buchverlage, die ihren Vertrieb jedoch nicht über einen Dritten generieren, sondern direkt über KNV, können jetzt natürlich weitaus weniger flexibel reagieren und blicken in eine ungewisse Zukunft. Aktuell rechnet man daher mit branchenweiten Ausfällen und problematischen Verfügbarkeiten einzelner Comictitel bei Fachhändlern wie auch Onlineanbietern.

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Riel7
Riel7
18. Februar 2019 7:04

Da werde ich ziemlich nervös. Für allem für Carlsen könnte das böse Konsequenzen haben!

Mike
Mike
17. Februar 2019 10:40

Da muss ich doch glatt mal meinen Shopbetreiber fragen, ob er was davon merkt. Hoffen wir das Beste! ?

Andreas
Andreas
17. Februar 2019 15:01
Antwort auf Kommentar von  Mike

Mach ich gleich :/