Comic Review: The Magic Order (Panini Comics)

Comic Review: The Magic Order (Panini Comics)
© Panini Comics

Wenn sich Comic-Superstar Mark Millar mit einem neuen Comic zurückmeldet, atmet die Comicwelt erst einmal tief durch und sucht nach der Meldung, dass die Verwertungsrechte zum neuen Stoff bereits an den Mann gebracht wurden.

Nun, da Mr. Millar sein Millarworld Label mittlerweile an den Streaming-Giganten Netflix verkaufen konnte, steht sowieso fest, dass dessen neusten Materialien irgendwann adaptiert werden dürften, denn mit „The Magic Order“ erscheint der offiziell erste hauseigene Netflix Comic, welcher in den Staaten über Image Comics vertrieben wird und nun Dank Panini Comics auch in deutscher Übersetzung vorliegt.

Da Millar dafür bekannt ist, stets mit exquisiten Zeichnern zusammen zu arbeiten, lässt er sich auch mit seinem neusten Opus kaum lumpen und holte sich den überaus talentierten Olivier Coipel zu Seite, welcher auch noch von Farben-Guru Dave Stewart koloriert wurde.


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© Panini Comics

Seit tausenden Jahren leben Magier auf der Welt im Verborgenen, ohne dass es groß jemand gemerkt hätte. Im Geheimen bekämpfen sie seit jeher das Böse und schützen die Menschheit vor Kräften, gegen die diese sonst nichts auszusetzen hätten.

Fünf magische Familien gibt es, wobei die Moonstones seit langer Zeit dem Magischen Orden vorstehen. Sie herrschen und bestimmen über die magische Gemeinschaft und lenken die Geschicke der Welt des Fantastischen.

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Doch die Moonstones haben Feinde, denn wie auch bei anderen Menschen gibt es Zwietracht in einer Gemeinschaft voller Macht und Unheil, weshalb es die tückische Madame Albany mit Hilfe eines geheimnisvollen und sehr mächtigen Killers auf jeden einzelnen Moonstone abgesehen hat.

Ein familiärer Krieg bricht aus und könnte für die Moonstones alles auf Spiel setzen, denn wenn sie verlieren, werden mächtige Zauber in falsche Hände geraten, was die gesamte Welt aus den Angeln heben könnte.


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© Panini Comics

Ich geb’s zu, ich hab mich auf den Comic gefreut. Die Werbepropaganda, welche einen Mix aus „Die Sopranos“ und „Harry Potter“ versprach, klang einfach zu köstlich und gelegentlich schafft es auch ein Mark Millar mich mit seinen Arbeiten zu überraschen.

Leider ballert der erfolgsverwöhnte Autor in das übliche Horn, wie in so vielen seiner jüngeren Arbeiten, die eine Story mit potential versprechen und dann doch unter der Last seiner Schreibart begraben werden.

Millar verarbeitet tonnenweise bekannte Elemente aus J. K. Rowlings Fantasy-Saga - zumindest fühlen sie sich so an - vergisst dabei jedoch, seinen Figuren Leben einzuhauchen, denn bei all der erzählerischen Versatzstücken bleiben die Charaktere belanglos und tingeln von einem edgy Schockmoment zum nächsten.

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Zwar kann der Plot-Twist am Ende auch nicht wirklich überraschen, wirkt jedoch konsequent inszeniert, während sich der Handlungsbogen davor an holprigen und nicht wirklich raffiniert geschriebenen Dialogen abarbeitet, um die Figuren halbwegs in Position zu bringen.

Darüber hinaus sieht der Comic fantastisch aus, was der Grund für die stets wahrnehmbare Atmosphäre sein dürfte und auch den aufkommenden Lesespaß, der sich kaum auf die erzählerische Aufgesetztheit zurückführen lässt.

Die Grundidee zur Story überzeugt noch immer, doch erzählt Millar diese nicht gut genug, so dass leider nicht mehr als optisch schön anzusehende Kurzweiligkeit übrig bleibt. „The Magic Order“ wurde konzipiert, um adaptiert zu werden. Hoffen wir, dass die Adaption etwas mehr Biss hat, als die Vorlage.

The Magic Order

6

Bewertung:

6.0/10

Comic-Info

  • Verlag: Panini Comics
  • Format: Softcover
  • Vö-Datum: 28.05.2019
  • Seitenzahl: 180
  • Autor: Mark Millar
  • Zeichner: Olivier Coipel
  • Preis: 17,00 €
  • Bilder: Panini Comics

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Hangover
Gast
Hangover

Ich finds auch sehr unterhaltsam, va die Anfangssequenz. Da hat der Millar schon Schwächeres verzapft.

gambit_sw
Gast
gambit_sw

Danke für die Rezension! Mir hat der Comic ziemlich gut gefallen. Da ich noch nicht allzu viel von Mark Millar gelesen habe (Kick Ass, Wanted), fällt MIR im Zuge dessen, dein genanntes Argument „in das übliche Horn ballern“ 😀 nicht so sehr auf.

Christoph
Gast
Christoph

Ich fand den Band ebenfalls sehr kurzweilig und hat sehr viel Spass gemacht zu lesen.

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