Comic Review: Metro 2033 Bd. 1 (Splitter Verlag)

Comic Review: Metro 2033 Bd. 1 (Splitter Verlag)
© Splitter Verlag

Es ist kurz vor 21 Uhr Abends. Ich trinke einen halben Liter Tee, damit ich mir nicht wieder eine traumhaft schöne und eisgekühlte Cola reinziehe, denn ich muss abnehmen. Ja, das Leben ist nicht einfach, aber was sollen die Protagonisten in Dmitry Glukhovskys Bestseller Roman „Metro 2033“ dazu sagen? Hier gibt man sich mit deutlich weniger zufrieden. Doch wie kommt es dazu, dass wir in Deutschland einen „Metro 2033“ Comicableger erhalten?

Naja, zum einen ist dies dem Zeichner für dieses Werk Peter Nuyten zu verdanken, der selbst ein großer Fan der „Metro“ Werke ist und schon seit Ewigkeiten eine Comicadaption erschaffen wollte. Zum anderen aber dem Splitter Verlag der das Ganze exklusiv nach Deutschland holt. Mit der Marke „Metro“ dürfte mittlerweile jeder schon einmal Berührungspunkte gehabt haben. Wenn nicht über die Romane, dann über die erstklassigen Videospiele der letzten Jahre.

Circa die erste Hälfte des allerersten Romans hatte ich mir gegeben, danach bin ich leider daran verreckt. Bei den Spielen war es jedoch etwas anders. Den ersten Teil konnte ich trotz der miesen Shooter-Mechanik durchspielen und war eher semi gehyped. „Metro: Last Light“ wiederum war wirklich atmosphärisch und immersiv. Daher wollte ich herausfinden, ob der Comic dies ebenfalls schafft. Nun, lasst es uns zusammen herausfinden.

Ich spoilere sicher nicht zu viel, wenn ich zumindest über die Hauptfigur spreche. Artjom ist Dreh -und Angelpunkt in „Metro 2033“. Nach einem verheerenden Atomangriff wurden die Menschen Russlands gezwungen im U-Bahn System, der namensgebenden Metro zu leben. So richtig weiß man nicht wie es außerhalb der Metro aussieht, aber die Angst ist groß, diese beiden Welten zu vermischen.

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Somit hat sich in dieser Distopie ein ganz eigenes System aus Neofaschisten, die das vierte Reich ausrufen, verschiedenen Sekten, satanistischen Gruppierungen und nicht zu vergessen den sogenannten „Schwarzen“ gebildet. Sie bilden die Hauptgefahr in den U-Bahn Tunneln. Immerhin weiß man nicht wie sie entstanden, wie man sie richtig bekämpfen und ob man sie ausrotten kann. Vielleicht sind es ehemalige Freunde von dir, oder Bekannte?

Artjom jedenfalls gehört einer Miliz an, die sich um die Sicherheit der Tunnelsysteme kümmert. Mit schwerem Geschütz versuchen sie Menschenleben zu retten, dabei hütet er ein Geheimnis welches folgenschwer für die ganze Metro ist… aber das dürft ihr selbst lesen.



Das soll als Überblick erstmal genügen, denn wie sieht es eigentlich mit den Zeichnungen aus? Können die was? Defintiv!

Peters Zeichnungen vermitteln ein frankobelgisches Flair, das eigentlich auch ganz gut zur Szenerie passt. Ich persönlich fand die Charaktere etwas speziell und gar nicht so kernig wie ich mir das Leben in der Metro in dieser Situation vorstellen würde.

Auch die Panorama Panels, so will ich sie mal nennen, also Panels die eine größere Szene aus der Metro zeigen, fand ich leider nicht so bombastisch. Will sagen, die Zeichnungen sind gut, aber mir fehlt etwas mehr Kernigkeit.

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Wiederum sehr gut haben mir die Dialoge sowie die erzählerische Stimme gefallen, denn man wird wirklich herrlich in die Story rein getragen. Anfangs sind die russischen Eigennamen eher schwer zu behalten und führen oft zu Verwirrungen.

Ist man dann gerade erst richtig angekommen in der Welt von „Metro 2033“, dann ist der Comic auch schon wieder vorbei und hinterlässt so viele offene Fragen, die schon jetzt das Interesse auf den 2. Band wecken.

Wie fand ich denn nun den ersten Band zu „Metro 2033“? Grundlegend sehr spannend, atmosphärisch und weitestgehend gut gezeichnet. Jedoch sind all die Eckpunkte eher als solide anzusehen.

Einen wirklichen Wow-Effekt gab es noch nicht. Immerhin wird die Story auch erst aufgebaut und man sollte die drei anstehenden Folgebände abwarten, aber behaltet bitte im Hinterkopf, dass der Einstieg seicht ist.

Erzählerisch wird man aber dennoch komplett reingezogen und will wissen, weshalb Artjom anders ist als die Anderen. Unterstützt dieses wirklich gute Projekt, denn Nuyten erfüllt sich hiermit einen Kindheitstraum!

Metro 2033 Bd. 1: Wo die Welt endet

7

Bewertung:

7.0/10

Comic-Info

  • Verlag: Splitter Verlag
  • Format: Hardcover
  • Vö-Datum: 25.10.2019
  • Seitenzahl: 64
  • Autor: Dmitry Glukhovsky u.a.
  • Zeichner: Peter Nuyten
  • Preis: 16,00 €
  • Bilder: Splitter Verlag

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