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Comic Review: Dead Man Logan Bd. 1 & 2 (Panin Comics)

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Comic Review: Dead Man Logan Bd. 1 & 2 (Panin Comics)
© Marvel

Länger gedauert als gedacht hat sie, die schmerzhafte Reise des Old Man Logan. Auch wenn der gleichnamige moderne Comicklassiker aus der Feder von Superstar Mark Millar mittlerweile über 10 Jahre auf dem Buckel hat, erschöpfte sich das Thema bisher nicht. Nicht wirklich zumindest.

Als im Zuge von Jonathan Hickmans Mega-Event „Secret Wars“ die Türen geöffnet wurden, den in die Jahre gekommenen, von Tragik umhüllten Logan von der geretconten Erde-807128 ins reguläre Marvel Universum zu holen, setzte man keinen Geringeren als Brian Michael Bendis daran, die Story für die Überfahrt des grummeligen Vielfraßes zu erzählen.

Anschließend befasste sich der kanadische Top-Autor Jeff Lemire mit der ersten Ongoing-Serie zur Figur, bis Ed Brisson als Autor übernahm. Dieser durfte nun auch das vorerst letzte Kapitel des charismatischen Wolverine-Platzhalters erzählen.

Mit der 12-teiligen Maxi-Serie „Dead Man Logan“ bechreibt Brisson den Schwanengesang nach der 50 US-Ausgaben umfassenden Ongoing-Reihe und holte sich dafür das Talent Mike Henderson als Zeichner an die Seite.

Panini Comics brachte die Reihe nun in zwei abgeschlossenen Paperbacks und lieferte mir in der Summe eine Story, die mich ob meiner niedrigen Erwartungshaltungen wahrlich massiv überraschen konnte.


© Marvel

Nach der verheerenden Auseinandersetzung mit Erzfeind Maestro hat Logan gewaltig Federn lassen müssen. Sein Heilfaktor war ohnehin eingeschränkt und sein immer wieder notwendiges Zurückgreifen auf die aufputschende Droge Regenix machte seinem Heilfähigkeiten noch mehr zu schaffen. Er stirbt... und das kann er spüren.

Nun hat er nun noch ein Ziel, bevor er seine lang erwartete Reise in die Heimat und den offenkundig anstehenden Tod antreten kann, er muss sich Mysterio vorknöpfen, um ein für alle Mal sicherzustellen, dass diese Erde nicht dasselbe Schicksal erleiden muss, wie ihm und seinen Freunden widerfahren ist.

Doch hat Logan noch keine Vorstellung, welches Unheil ihn in seiner alten Heimat, der Einöde, erwarten wird...

Brisson und Henderson knallen mit dieser Story eine brachiale Überraschung in die Seiten. Nicht nur empfand ich die letzten Kapitel der monatlichen „Old Man Logan“ Reihe etwas zäh und nicht allzu kreativ geschrieben, da bekommt der sterbende Schwan auf seinen letzten Metern noch einmal eine Frischzellenkur verpasst und lässt den Leser auf ein spannendes, emotionales und gleichermaßen düsteres Abenteuer einschwören.

Die Dialoge sitzen, die Spannung kocht, das Pacing gelingt und das Artwork ist über jeden Zweifel erhaben. „Dead Man Logan“ verabschiedet sich mit einem großen Knall und besiegelt das Schicksal der Figur fürs Erste.

Dass Autor Ed Brisson dennoch nicht genug von dieser Welt aus Wüste und Tod hat, dürfte mit dem Ende der Story und der Ankündigung seiner neuen Mini-Serie „Avengers Of The Wastelands“ ebenfalls klar sein. Wenn diese in eine ähnliche Kerbe schlägt, bin ich definitiv dabei.

Ach, und ja... „Dead Man Logan“ kann man auch ohne explizites Vorwissen der vorangegangenen Ongoing-Reihe lesen. Die redaktionellen Texte am Anfang des ersten Bandes geben euch alles was ihr dafür braucht. Mal abgesehen von Millars „Old Man Logan“. Das solltet ihr natürlich gelesen haben. Habt ihr doch, oder?

Dead Man Logan Bd. 1 & 2

8

Bewertung:

8.0/10

Comic-Info

  • Verlag: Panini Comics
  • Format: Softcover
  • Vö-Datum: 11.02.2020
  • Seitenzahl: 156 & 148
  • Autor: Ed Brisson
  • Zeichner: Mike Henderson
  • Übersetzung: Alexander Rösch
  • Preis: je 16,99 €
  • Bilder: Panini Comics / Marvel

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