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Comic Review: Vampire State Building Bd. 1 (Splitter Verlag)

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Comic Review: Vampire State Building Bd. 1 (Splitter Verlag)
© Splitter Verlag

Vampire State Building: Uns allen ist die aktuelle Lage bekannt. Jeder muss täglich aufs Neue seinen Alltag strukturieren und dabei einen Spagat zwischen Arbeit, Familie und Social Distancing machen.

Ich selbst fühle mich wie in einer Mini Apokalypse, denn jeder Gang nach draußen wird genauestens bedacht. Wie treffend ist da die Überleitung zu dem mir vorliegenden Comic „Vampire State Building“ aus der Feder des Autorenteams Ange bzw. Patrick Renault. Beide befassen sich hier mit einer sich extrem schnell ausbreitenden Pandemie aus Vampiren? Und das Ganze im Empire State Building.

Man bekommt also das was vorne drauf steht. Bekannt sind die beiden vor allem als Romanautor:innen (z.b. „Bloodlust“ oder „Zeit für Asche“), doch auch das Schreiben von Comics haben sie sich auf die Agenda gesetzt.

Ihr Wirken an Titeln wie „Belladonna“ verschaffte da schon einen recht guten Eindruck, wie diese beiden im Medium Comic agieren. Als Zeichner für „Vampire State Building“ hat man sich niemand Geringeres als Charlie Adlard, den Comicfans am ehsten wohl für sein recht junges Lebenswerk „The Walking Dead“ feiern dürften, welches er an der Seite von Image-Ikone Robert Kirkman über ein Jahrzehnt umsetzte.

In weiteren Projekten wie „Judge Dredd“ oder der 2000 AD Serie „Savage“ stellt er sein Können außerdem unter Beweis und zeigte seine Vielseitigkeit als Zeichner. Von daher ist es nicht ganz abwegig, dass man sich bei „Vampire State Building“ ein vielleicht alternatives „The Walking Dead“ vorstellt. Ob hier jedoch die Zielgruppe getroffen wird, muss sich zeigen.


© Splitter Verlag

Protagonist der Geschichte ist Terry, der seinen letzten Abend auskosten will, bevor es ihn nach Afghanistan zieht, um dort für sein Land zu kämpfen. Eine Clique aus Teenies freut sich auf dieses letzte gemeinsame Event zusammen.

Man verabredet sich auf dem Empire State Building, um den Sonnenuntergang zu genießen und damit die abendliche Party einzuläuten. Auf ein paar Seiten werden hier und da die Beziehungen zwischen den Charakteren angerissen, aber nicht sonderlich tiefgründig. Was zum Beginn vielleicht auch nicht erwartet werden kann.

Leider wird das im Verlauf dieser doch sehr schnell voranschreitenden Story nicht besser. Es passieren zwar am laufenden Band irgendwelche expliziten Geschehnisse, die dem ein oder anderen Tränen in die Augen treiben sollen, aber leider überzeugt von diesen Momenten kein einziger.

Natürlich weiß man auch noch nicht, worin der Ursprung der Vampir-Pandemie liegt, weshalb die Story sich vorerst gänzlich im Chaos verfängt. Das Tempo auf den knappen 56 Seiten ist jedoch so hoch, dass man sich anfänglich als Leser:in schon sehr überrumpelt vorkommt und sich fragt, was man da genau gelesen hat bzw. wie man das jetzt einzuordnen hat.

Nach dem Lesen ist daher leider ungefähr gar nichts hängen geblieben und auch die abgebügelten und uninteressanten Charaktere könnte man aus unzähligen Slasher Movies herzaubern und jeder würde passen. Dementsprechend darf die Charakterentwicklung hier gern noch Fahrt aufnehmen.

Die Kolorierung dagegen finde ich sehr stimmig und farblich gut abgepasst. Keine sonderlich kräftigen Farben, in einem generell düsteren Gesamtbild. Das trägt zumindest zur Stimmung bei.

Nicht so sieht es bei den Zeichnungen aus. Diese sind recht weich und nicht so kantig und derbe gezeichnet, wie man es für einen solchen Comic erwartet hat. Auch das würde dem Ganzen noch etwas mehr Schwere verleihen.

Hier eine konkrete Empfehlung auszusprechen, fällt mir momentan, ehrlich gesagt, recht schwer. Die Story steckt noch sehr in den Kinderschuhen und interessiert bisher nur mäßig. Nach dem Lesen habe des ersten Bandes habe ich den Titel für mich zumindest bereits abgehakt. „The Walking Dead“ Fans sollten jedoch sich jedoch vielleicht einer Leseprobe widmen, um sich einen Eindruck zu machen. Für alle anderen hat der Splitter Verlag jedoch garantiert deutlich bessere Titel zur Auswahl.

Vampire State Building Bd. 1

3

Bewertung:

3.0/10

Comic-Info

  • Verlag: Splitter Verlag
  • Format: Hardcover
  • Vö-Datum: 30.04.2020
  • Seitenzahl: 52
  • Autor:in: Ange, Patrick Renault
  • Zeichner:in: Charlie Adlard
  • Übersetzung: Tanja Krämling
  • Preis: 16,00 €
  • Bilder: Splitter Verlag

Leseprobe bei IZNEO:


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Stefan
Stefan
27. Juli 2020 23:37

Es ist zwar wirklich kein Highlight geworden, 3 von 10 finde ich aber dann doch ein wenig hart. Weil die Zeichnung schon recht ansprechend sind und ich das Grundsetting ganz cool finde, ist es bei mir eher eine 5 bis 6 von 10.

andreas homolka
andreas homolka
27. Juli 2020 12:00

Da mich Walking Dead mittlerweile einen feuchten Kehrricht interessiert und obwohl ich Vampire( also die nichtglitzernden Monster) allemal besser finde als die ausgelutschten faden Zombies, wird mich der Titel wohl nicht hinterm Ofen hervorholen.

Sascha
Sascha
27. Juli 2020 10:27

Endlich schreibt’s mal einer! Ich war vom Comic grenzenlos enttäuscht und finde Adlard auch nur bedingt geeignet, um solches actionreiches Material zu inszenieren. Generell konnte mich bisher noch keine der französisch-amerikanischen Koproduktionen (wie „John Tiffany“ oder „Void“) vom Hocker hauen.

Tim
Tim
27. Juli 2020 8:23

Habe auch überhaupt nicht verstanden, was Splitter mit diesem Titel wollte. Hatte damals heft 1 gelesen und fand es wirklich schlecht.