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Comic Review: American Jesus Bd. 1 (Panini Comics)

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Comic Review: American Jesus Bd. 1 (Panini Comics)
Peter Gross, Jeanne McGee © Panini Comics

Einer der wenigen Mark Millar Comics, die bisher nicht ins Deutsche übersetzt wurden, war der in den Staaten durchaus kontrovers diskutierte Comic „American Jesus“, welcher ursprünglich bereits im Jahr 2004 unter dem Titel „Chosen“ über den US-Verlag Dark Horse Comics veröffentlicht wurde. Die Reihe stellte damals nach „Wanted“ die zweite Millarworld-Auskopplung dar.

Gut fünf Jahre später brachte Image den Comic erneut in gesammelter Form unter dem Titel „American Jesus“ in die Shops, doch sollte es noch weitere 11 Jahre dauern, bis sich Panini Comics der Geschichte annahm.

Nun, da mit „American Jesus: The New Messiah“ auch die Fortsetzung (bei Panini im Oktober 2020) sowie eine anstehende Netflix-Adaption des Stoffs in der Pipeline lauert, hatten die Stuttgarter keine Wahl mehr und brachten den mittlerweile 16 Jahre alten Comic erstmals in deutscher Übersetzung.


Peter Gross, Jeanne McGee © Image Comics

Jodie Christianson ist ein ganz normaler 12-jähriger Junge, der in einer amerikanischen Kleinstadt aufwächst und durch ein klassisches christliches Umfeld geprägt wird.

Als er eines Tages mit seinen Freunden auf der Suche nach einem versteckten Pronoheft im Wald unterwegs ist, bricht ein LKW durch die Absperrung einer über ihm gelegenen Brücke und begräbt Jodie unter sich. Doch dieser überlebt und bleibt wie durch ein Wunder gänzlich unverletzt.

Die örtliche Gemeinschaft ahnt, dass hier etwas nicht stimmt und behält den Jungen im Auge. Als dieser dann auch noch schwer erkrankte Menschen heilt, Wasser in Wein verwandelt und Tote wieder ins Leben zurückholt, liegt der Fall auf der Hand: Jodie muss der wiedergeborene Jesus Christus sein.

Im Vergleich zu moderneren Millar-Comics wirkt „American Jesus“ regelrecht bodenständig erzählt. Der wie üblich recht hanebüchene Plot baut sich langsam auf und man spürt noch die millarsche Dialogstärke seiner früheren Arbeiten.

Der Comic steuert systematisch auf den großen Plot-Twist am Ende zu und liest sich bis dahin überaus flüssig und auch weitestgehend spannend. Zwar kommt die Überraschung am Ende schon recht faustdick aus den Seiten gepurzelt, nur bleibt diese nicht als sonderlich originell im Hinterkopf haften.

Sei’s drum. In der Summe macht der Comic Spaß und weiß zu unterhalten und ist eine willkommene Abwechslung zu den extrem überdrehten Storys, die Millar heute maßgeblich als Vorlage etwaiger Adaptionen verfasst.

American Jesus Bd. 1 - Der Auserwählte

7

7.0/10

Comic-Info

  • Verlag: Panini Comics
  • Format: Softcover
  • Vö-Datum: 25.08.2020
  • Seitenzahl: 100
  • Autor*in: Mark Millar
  • Zeichner*in: u.a. Peter Gross
  • Übersetzung: Bernd Kronsbein
  • Preis: 15,00 €
  • Bilder: Image Comics | Panini

Leseprobe zu „American Jesus“ bei IZNEO:


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JFS_No1
JFS_No1
5. Oktober 2020 12:36

Ist das eigentlich normal das de Band so plötzlich aufhört (mitten in Ausgabe 3)? Oder habe ich ein Mängelexemplar erwischt?

Pater Alf
Pater Alf
8. Oktober 2020 11:37
Antwort auf Kommentar von  JFS_No1

Definiere mal „mitten in Ausgabe 3“. Der Band endet mit einem Panel in dem die Gruppe zum Flugzeug geht. Dann kommt noch ein Interview mit Mark Millar und Peter Gross, ein Nachwort und anderes Bonusmaterial.
Wenn das bei dir anders sein sollte, dann hast du wirklich einen Fehldruck.

JFS_No1
JFS_No1
8. Oktober 2020 12:27
Antwort auf Kommentar von  Pater Alf

Dann ist wohl was schief gelaufen beim Druck. Bei mir gibt es kein Interview und auf der letzten Seite rennt irgendwie ein Hund einem Ball hinterher und löst dann wohl einen Unfall aus... Na, supi...

JFS_No1
JFS_No1
8. Oktober 2020 12:40
Antwort auf Kommentar von  JFS_No1

Für solche Dinge war das Panini Forum ja schon praktisch...