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Comic Review: X-Men Bd. 02 - Die Apocalypse-Kriege (Panini Comics)

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Comic Review: X-Men Bd. 02 - Die Apocalypse-Kriege (Panini Comics)

Comic Review: X-Men Bd. 02 - Die Apocalypse-Kriege (Panini Comics)

Crossover-Time bei den Muties. Wer die Ankündigung verpasst hat, merkt es spätestens an den doch recht auffällig ähnlichen Cover-Gestaltungen der aktuellen Panini-X-Men-Serien „X-Men, „Die Neuen X-Men“ und „Uncanny X-Men“. Die Apocalypse-Kriege stehen an und das wiedermal alle Serien übergreifende Event soll hier seinen Anfang nehmen. Wie übergreifend das Event tatsächlich ist, muss sich noch rausstellen.
Descender-Autor Jeff Lemire und Zeichnerlegende Humberto Ramos werden also in die Crossover-Mühle geworfen und dürfen im zweiten Kapitel ihrer X-Men-Reise den dazugehörigen Beitrag leisten.

(Copyright: Marvel)

Nach dem der Terrigen-Nebel das Aussterben der Mutantenrasse quasi besiegelt hat, tauchen 600 neue mutierte Signaturen auf, die nicht nur Forge schnell in Euphorie versetzen. Ein Team der jungen Muties begibt sich daher umgehend auf eine Rettungsmission, doch soll sich die Embryonensignatur schnell als tückische Falle herausstellen. Eine wilde Irrfahrt beginnt und hinter allem scheint En Sabah Nur aka. Apocalypse selbst zu stecken. Der Krieg beginnt und die Reiter der Apokalypse haben ihre Spur längst aufgenommen.

Nach dem ersten recht vielversprechenden Einstieg Lemires in die Welt der Mutanten, gestaltet sich das zweite Kapitel schon deutlich diskutabler. Apocalypse wirkt nach all den Jahren nun konzeptionell so ausgelutscht, dass man sich als Leser so langsam fragen muss: wie oft denn noch? Wieder einmal muss eine Zeitreise unternommen werden, um eine mögliche dystopische Zukunft zu verhindern, wieder einmal stehen dem neue Reiter der Apokalypse entgegen. Der Comic verliert sich bisweilen im Wiederkäuen alteingesessener Trademarks, die kaum überraschender wirken, als das allabendliche Zähneputzen. So hingebungsvoll man einen Klassiker wie „Age of Apocalypse“ auch feiern möchte, um möglicherweise auch zur fortlaufenden Legendenbildung beizutragen, erweitert man dieses Konzept nicht, indem man es dutzendfach repitiert.
Sehr positiv dabei bleibt jedoch, dass Lemire den Charakteren weitestgehend Raum verschafft, um den Soap-Anteil der Geschichte genügend aufleben zu lassen. Glob oder auch Anole sind tolle Charaktere, die mehr Potential haben, als es bisher genutzt wurde.

Aus visueller Sicht gibt es bei einem Zeichner wie Humberto Ramos nichts zu meckern. Dass Kollege Victor Ibanez in seiner Support-Rolle diesem stilistisch eher weniger gerecht wird, dürfte jedoch ebenfalls auf der Hand liegen. Dennoch bietet auch das zweite „X-Men“ Paperback einige optische Leckerbissen, die das Zurückblättern lohnen.

In der Summe wird das Kapitel der Apocalypse-Kriege unter Lemire und Ramos zwar zu recht lesenswerter Lektüre, doch bei Weitem nicht zum erhofften essentiellen Mindblower. Ob dies dem konzeptionellen Korsett geschuldet sein mag, in das sich die beiden aufgrund des Crossovers zu quetschen hatten, bleibt bis zur nächsten Ausgabe abzuwarten.

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3-Sterne

Titel: X-Men Bd. 02
Verlag: Panini Comics
Format: Softcover
Vö-Datum: 08.11.2016
Originalausgaben: US Extraordinary X-Men 6-12
Seitenzahl: 164
Autor: Jeff Lemire
Zeichner: Humberto Ramos & Victor Ibanez
Preis: 14,99 €

(Picture Copyright: Panini Comics)

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