Comic Review: Batman Metal #03 (Panini Comics)

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+++ SPOILER-Warnung +++

Die Besprechung im Idealfall erst nach dem Lesen des Heftes lesen!

Gut zwei Monate hat es gedauert, bis uns eine neue Ausgabe von Scott Snyders und Greg Capullos Mega-Event „Batman: Metal“ heimsuchen konnte. Dem Veröffentlichunsrhythmus in den USA geschuldet, musste auch Panini Comics für einen Monat pausieren, weshalb wir uns in der Zeit mit Tie-In-Ausgaben, wie dem zweiten Sonderband zur Reihe oder auch dem zweiten Heft-Special begnügen sollten.
Nachdem mich die Tie-In-Ausgaben bekanntermaßen eher weniger unterhalten konnten, zieht das Haupt-Event bei mir bisher alle Register und liefert genau diese aberwitziger Irrfahrt durch die DC-Kontinuität, die ich an großflächigen Events so mag. Das neuste Event-Heft beginnt jedoch mit einem weiteren Tie-In, bevor wir in das nächste Kapitel der Saga einsteigen können. Panini Comics hat sich hierfür auch eine ganz besondere Origin-Story der fiesen Batmen des Dunklen Universums aufgehoben: des Batman, der lacht. Im Anschluss geht es weiter mit dem vierten offiziellen Event-Kapitel.

Die chronologische Übersicht der bisherigen Rezensionen zum Event:

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Dark Nights: The Batman who laughs #01

Scott Snyder Langzeitkollege James Tynion IV will uns die Entstehungsgeschichte des lachenden Batman mit dem stylischen 80s-Outfit näherbringen, welche mit sehr offensichtlichen Zügen etwas mit dem Joker zutun haben müsste. Konzeptionell geht Tynion IV in der Story, die im Übrigen auf Erde -22 des Dunklen Universums angesiedelt ist, ebenso vor, wie seine Kollegen in den bisherigen Tie-Ins, doch schafft er es eine deutlich intimere Thematisierung des uns bekannten Batman-Ethos vorzunehmen und das bekannte Konzept des Batman und dessen Nemesis in Form des Jokers aufzugreifen. Runter gebrochen lässt sich die Handlung dabei schnell zusammenfassen: in einem finalen Kampf mit dem Joker ist Batman gezwungen sein Erzfeind zu töten, um weitere unschuldige Opfer zu vermeiden.
Gleich mit den ersten Panels spielt Tynion IV auf die wohl bekannteste Batman-Story überhaupt an: „The Killing Joke“, welche letztendlich ein ähnliches Thema verfolgt. Doch wo Alan Moores Comicklassiker endet, setzt Tynion IV erst an und erzählt vom finalen Streich, den der Joker dem Batman seiner Welt spielte, indem er ihn bei seiner eigenen Ermordung vergiftete und er seinen persönlichen Erzfeind somit zu seinem Nachfolger machte. Batman wird zum Batman, der lacht... tötet die Bat-Familie und sogar Superman, samt dessen Lieben. Eine düstere Geschichte in dramatischen Bildern, inszeniert von Riley Rossmo. Meiner Auffassung nach das bisher beste Metal-Tie-In.

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Dark Nights: Metal #04

Nach einem kurzen Interlude zum parallel laufenden Geschehen des Events nach der letzten Ausgabe sehen wir auf Seite 2 einen stark in die Jahre gekommenen Batman, der von 3 verschiedenen alternativen Supermen mehr oder weniger gefoltert bzw. befragt wird. Einer davon trägt eine an die Lex Luthor Rüstung angelehnte Panzerung, die wir aus dem „Forever Evil“ Event der Pre-Rebirth-Zeit kennen. Ganz rechts einen Superman in einer „The Dark Knight Returns“ Rüstung im Frank Miller Design und in der Mitte den Electric Superman, dessen von Dan Jurgens entworfenes Design wir noch aus den 1990ern kennen dürften. Nachdem sich Bruce losreißen kann, ergreift er den vierfarbigen Handschuh, um sich gegen die Supermen zu wehren.
In der Übersetzung geht hier leider eine kleine Anspielung verloren: „Ich nenne den Handschuh ‚Die fünf Finger des tödlichen Schlags’...“. Snyder und Capullo sind bekennende Heavy Metal Fans und ohnehin strotzt das Event bereits vor Anspielung auf das Musikgenre. Die Originalbezeichnung des Handschuhs „Five Finger Death Punch“ dürfte demnach an die gleichnamige Metal Band aus Las Vegas angelehnt sein. Als sich Bruce „seinen“ Superman greift, um zu fliehen, erwähnt er, dass er 30 Jahre in Albträumen verbracht hätte. Snyder bezieht sich damit auf das Tie-In „Batman Lost“, welches wir in der zweiten Hälfte des letztes Heftes lesen konnten, in dem Barbatos Bruce viele Jahre in einem traumartigen Dasein folterte. An der Stelle ein dickes Lob für die Lesereihenfolge an Panini Comics.

In der darauffolgenden Szene sehen wir Wonder Woman, Doctor Fate und Kendra Saunders am Fels der Ewigkeit angekommen und kämpfend gegen die Sieben Todsünden, welche diesen bewachen. Die Seven Deadly Sins sind alles andere als neu, wenn es um den mythischen Felsen und den damit zusammenhängenden Shazam! Comics geht, hatten diese schließlich bereits in der zweiten Ausgabe von Whiz Comics, im Jahr 1940, ihren ersten Auftritt, wie eben auch Shazam! aka. Captain Marvel. Doch auch in der New 52 Ära kamen diese bereits zum Tragen, als die verfluchte Pandora sich diesen stellen musste. Kurz darauf erwähnt Kendra, dass Carter Hall einst vom Fels der Ewigkeit aufbrach, um das Dunkle Multiversum zu betreten. Diese Aussage beißt sich jedoch etwas mit den Szenen, die wir in „Dark Days: The Casting“ (zweite Vorgeschichte) sehen konnten, in der Carter das Dunkle Multiversum durch ein Portal eröffnet in seinem Haus betracht. Was denn nun?

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Der in der Aquaman Szene erwähnte erste König von Atlantis - Arion - ist ebenfalls kein wirklich neuer Name im DC Universum, der 1982 debütierte Charakter hatte sogar bereits seine eigene Serie, die es auf über 30 Ausgaben brachte. Etwas verwirrend war die Aussage, dass Arion der erste König von Atlantis gewesen sein soll, wo doch bisher immer Orin als erster Monarch des Unterwasserreichs gehandelt wurde.
In der nächsten Szene sind wir auch schon mit Green Lantern, Mr. Terrific und dem Plastic Ei auf Thanagar angekommen. Wir erfahren, dass der Planet an mehreren Koordinaten des Universums zur selben Zeit existiert... aufgrund einer „Phasen-Präsenz, errichtet aus Zombie-Sternengas“. Weißte Bescheid. Zusammen suchen sie dort nach Vorkommnissen des Nth-Metalls. Womit sie nicht rechnen, ist, dass sie dort auf den neuen Regenten Onimar Synn stoßen. Wer die Mini-Serie „Der Tod von Hawkman“ gelesen hat, weiß, dass Synn mit der Hilfe Desperos „den anderen“ Hawkman tötete und Thanagar als neuer Regent übernahm. Dieser scheint nun mit dem sonst eher recht wortkargen Starro zusammen zu arbeiten und die drei Helden hier in die Falle zu locken. Dass der von Gardner Fox und Mike Sekowsky geschaffene Seesternbösewicht mal mit solch herrlich bescheuerten Dialogen auffahren würde, hätte ich auch nicht gedacht:

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Mit der Phoenix-Kanone haben Synn und Starro nun also vor, die Erde in der Versenkung verschwinden zu lassen. Und wie schnell ein telepathisch begabter Seestern dabei eine Green Lantern ausschalten kann, ist ebenfalls recht unterhaltsam.
In den nächsten Szenen tritt Dream abermals auf den Plan und offenbart unseren augenscheinlich alt gewordenen Helden Batman und Superman die Geheimnisse des Dunklen Multiversums. Eine Referenz zu Dreams Bibliothek aus den „Sandman“ Comics darf dabei nicht fehlen. Was hier auffällt: Superman scheint sich sehr schnell davon erholt zu haben, dass man ihm im Dunklen Universum nahezu alle Lebensenergie ausgesaugt hatte. Die weißen Strähnen an den Schläfen bringen nun schon ein wenig „Kingdom Come“ Nostalgik mit sich. Wir bekommen einen Recap zur Entstehungsgeschichte des Monitors und des Anti-Monitors sowie zu Barbatos, dem Drachen und Widersacher unserer Geschichte und somit auch zur Entstehung des Dunklen Multiversums.

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Der erklärte Unterschied zwischen dem neunten und dem Nth-Metall scheint demnach eher begrifflicher Natur zu sein. Letztendlich verschafft Dream den beiden Helden einen Übergang ins „Zentrum der Schöpfung“, wo das Abenteuer der beiden weiter gehen soll. Kurzer Szenenwechsel zum Fels der Ewigkeit, wo Kendra Saunders versucht das Astralhirn des Anti-Monitors in den Kern des Multiversums zu quetschen, wie Morgaine Le Fay es ihr in der zweiten Ausgabe befohlen hat.
Doofe Idee, wie sich schnell herausstellt, denn Kendra verwandelt sich prompt in Lady Blackhawk, die optisch schon ein wenig an die Talons des Rates der Eulen erinnert, findet ihr nicht? Kurz darauf taucht auch Black Adam auf, der schließlich ebenfalls zu den Unsterblichen gehört.
Zurück bei Batman und Superman erblicken wir nun endlich die Schmiede der Welten... ihr erinnert euch: The Forge. Die letzte Seite der Ausgabe präsentiert uns ein geflügeltes Monster, das sich als Carter Hall vorstellt. Ein übergroßer Hawkman in Eisenrüstung, der neue Drache des Barbatos.

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Das neuste Kapitel aus der Eventschmiede Scott Snyders und Greg Capullos verläuft verhältnismäßig generisch und führt die Story in ähnlichen Zügen fort, wie bereits die letzten Ausgaben. Dass die Handlung groß angelegt ist, wird mehr als deutlich, doch umringt mich langsam der Zweifel, ob Snyder mit seinem Spiel an der Kontinuität des DC-Multiversums nicht etwas zu sehr an der Schraube dreht und sich im bisherigen Kanon evtl. etwas verhaspeln könnte. Darüber hinaus packen Capullo und Snyder noch eine gehörige Schippe Trash oben drauf, die man beim Lesen schon mit Humor nehmen muss. Starro - wieso wird der überhaupt noch verwendet? -, der unsere DC-Helden mit einem „Hey, ihr Loser“ begrüßt, hat schon einen gewissen Charme.
Mittlerweile sind wir bei der vierten von sechs US-Ausgaben angekommen, was mich unlängst zur Frage bringt, ob sechs Ausgaben für Scott Snyder wirklich genug sind, um die bisher noch immer im Aufbau stehende Story adäquat zu beenden. Doch das werden wohl nur die letzten beiden Hefte beantworten können.

Batman Metal #03

7

Bewertung:

7.0/10

Comic-Info

  • Verlag: Panini Comics
  • Format: Heft / div. Variants
  • Vö-Datum: 04.09.2018
  • Inhalt: Dark Nights: The Batman who laughs #01, Dark Nights: Metal #04
  • Seitenzahl: 68
  • Autor: Scott Snyder, James Tynion IV
  • Zeichner: Greg Capullo, Riley Rossmo u.a.
  • Preis: 4,99 €
  • Picture Copyright: Panini Comics / DC Comics
Emu_2016

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Passionierter Fanboy, Comic-Nerd & -Blogger.


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Frank
Gast
Frank

Ist Orin nicht der atlantische Name Aquamans ‚oder gibt es einen zweiten früheren Orin ‚der der erste König Atlantis war?