Comiczeichner Frank Cho äußert sich zur Comicsgate Debatte

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Comiczeichner Frank Cho äußert sich zur Comicsgate Debatte

Nachdem bereits Künstler wie Jeff Lemire, Tomy TaylorBill Sienkiewicz und auch viele weitere sich sehr deutlich zu „Comicsgate“ äußerten, greift nun auch der nicht immer unumstrittene Zeichner Frank Cho das Thema auf.

Excerp zum Thema Comicsgate:

Hinter „Comicsgate“ verbirgt sich eine Gruppe von Leuten, unter ihnen teilweise auch Comickünstler, die sich einer angeblich „erzwungenen Diversifizierung“ moderner Mainstream Comics „entgegenstellen“ und dabei vornehmlich weibliche Künstler, Künstler mit LGBT-Background sowie auch Künstler aus ethnischen Minderheiten ins Visier nehmen. Kritiker ihrer Bewegung sowie auch Befürworter der Diversität in Comics werden dahingehend oft schlicht als sogenannte „Social Justice Warriors“ diffamiert.

Überraschenderweise findet der sonst für seine Provokationen bekannte Cho hier sehr direkte Worte. So sagt er im Wortlaut:

Ich bin aus mehreren Richtungen darauf aufmerksam geworden, dass diverse Leute mich mit Comicsgate in Verbindung bringen, einer Alt-Right-Hass-Gruppe innerhalb der Comicszene.

Als stolzer, liberaler Demokrat bin ich gegen alles wofür Comicsgate steht. Ich stehe für Gleichberechtigung, Pro-Diversität und Pro-Comics. Ich habe immer daran geglaubt, dass jeder in der Comicszene willkommen sei und keine Gruppe andere zu einem Ideal zwingen sollte, was ihnen versucht vorzuschreiben, was normal sei und was nicht.

Also lasst es mich ganz klar ausdrücken: Fuck Comicsgate!“

Hier der Original-Post samt verdeutlichendem Bild Chos, was er von faschistoiden Bewegungen hält:

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(Picture Copyright: Frank Cho)

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Orang Utan Klaus
Orang Utan Klaus
19. September 2018 18:23

Sexuelle Vielfalt ist Teil unserer Gesellschaft. Warum sich dies nicht im Comicbereich wiederspiegeln soll, erschließt sich mir nicht. Wer hier eine Verschwörung vermutet, hat vermutlich einfach ein Problem mit der Tatsache, dass die Vielfalt in der ’linksverseuchten’ Normalität angekommen ist und sein antiquiertes Rollenbild mehr und mehr verdrängt. Besorgte Bürger und so...

Lord Bleistift
Lord Bleistift
18. September 2018 22:04

Ich wage mal zu behaupten, das die übliche neomarxistische Dialektik, genauso fadenscheinig ist, wie Mr. Cho’s verzweifelter Versuch, es sich nicht mit den großen Verlagen zu verscherzen. Genauso, wie ich einfach mal behaupte, dass zb „SPACE FROG“ irgendwas mit rassistischen Gedankengut zu tun hat. Ja- wir haben es verstanden... Wer die SJW Agenda nicht liebt, muss eindeutig ein Stufe 2000 Nazi sein. Wer Zoey Quinn kritisiert, muss ein despotischer Frauenhasser sein. [Sie schreibt nur Meisterwerke, die ja nun mal gar nicht sozialpolitisch motiviert sind] ... egal sprach Karl. Mr. Cho kann meinen was er will. Find ich gut, das er sich in jeden 2ten pinup, über SJW’s lustig macht [ich sag nur „OUTRAGE“] und sich nun zu solch hirnrissigen Aussagen lässt. Nun gut, er wurde ja aus verschiedenen Richtungen „Richtungen“ aufmerksam gemacht, das „Comicsgate“ die frauenhassende Reinkarnation von Heinrich Himmler dastellt. Na dann muss es doch stimmen!!!!!! Lange Rede kurzer Sinn, wie die Amerikanenser zu sagen pflegen „get woke, go broke.“ Hoffen wir für Mr. Cho, das ein Haufen von geschlechtsverwirrter Schneeflöckchen seine Comics kauft. Das werden sie natürlich nicht- dann tut er so als hätte er nie so einen bullshit geschwarfelt und vielleicht haben wir uns eines Tages wieder… Read more »

Zombiac
Zombiac
19. September 2018 11:40
Antwort auf Kommentar von  Lord Bleistift

Junge, junge. Da hast du aber Chos Werk wohl nie verstanden. Ein sexpositiver Mensch zu sein und es in die eigene Arbeit einfließen zu lassen, macht einen nicht zum Sexisten. Jetzt mal ganz davon abgesehen, dass alles was du schreibst nach frustrierter Jungfrau mit Angst vor dem Verlust eines nie vorhandenen Status Quo klingt.
Auch prominente Vertreter von van Sciver eignen sich nicht als Verteidigungsmaterial, wenn man sich näher mit seinen Äußerungen beschäftigt. Diese sprengen nicht einfach nur die Grenze des guten Geschmacks, sondern wären in Deutschland ziemlich an der Grenze des Straftatbestands.

@Emu: Überleg dir eine „Freischalt-Funktion“ für Kommentare zu bestimmten Themenbereichen einzurichten, wie es die großen Nachrichtenhäuser machen. Diskussionen sind dadurch immer noch möglich, sortieren aber Trolle, wie den Typen hier aus.

Anonym
Anonym
18. September 2018 17:14

Und was mache ich jetzt wenn ich auch gegen eine „ERZWUNGENE Diversifizierung“ bin, aber auch überhaupt kein Problem mit der LGBT-Comunity (oder schwulen o.Ä. Zeichnern, Autoren Charakteren etc.) habe?

Drecks Schwarz-Weiß denken, was sich in unserer Gesellschaft breit macht...

Anonym
Anonym
18. September 2018 17:47
Antwort auf Kommentar von  Emu

Okay, erzwungen ist zu hart, aber man hat schon ein Eindruck, dass jetzt unbedingt jeder Verlag mindestens einen schwulen Superhelden braucht. Nochmal, wenn das zur Story passt (wäre zum Beispiel lustig, wenn sich Alfred outen würde IMHO), immer her damit, aber jetzt unbedingt einen haben zu müssen ist der falsche Weg

Zombiac
Zombiac
18. September 2018 10:47

Schau dir mal die Kommentare unter seinem Post an. Mir war nicht bewusst, dass Comic-Fans tatsächlich in diese Richtung tendieren könnten. Das Medium und seine Geschichten widersprechen ja geradezu so einer Denkweise. Auf der anderen Seite weiß ich auch von AfD-Anhängern innerhalb der deutschen Szene. Es gibt leider nichts was es nicht gibt.