Comic Review: Hellboy und die B.U.A.P. 1954 (Cross Cult)

Comic Review: Hellboy und die B.U.A.P. 1954 (Cross Cult)

Als Mike Mignola sein Lebenswerk Hellboy im Jahr 2012 in die Hölle schickte, um seinen zehnteiligen an „The Storm & The Fury“ ansetzenden Abgesang mit „Hellboy in Hell“ zu erzählen, kümmerte er sich abseits dessen vornehmlich um etwaige Spin-off-Serien wie dem zweiten B.P.R.D. Zyklus „Hell on Earth“, den wir Deutschleser gerade in den Bänden der „Geschichten aus dem Hellboy Universum“ Bänden verfolgen, oder auch zum Lobster, Abe Sapien und Co.

Doch die Fans wollten mehr Story zu Big Red, weshalb sich Mignola überlegte einen weiteren Spin-off-Titel zu entwickeln, der es ihm ermöglichte, Geschichten aus Hellboys Vergangenheit zu erzählen - quasi der Pre-Cavendish-Ära - welche Leser losgelöst von etwaigen chronologischen Reihenfolgen genießen konnten.

Und somit war „Hellboy & the B.P.R.D.“ geboren. Im 17. Band unserer laufenden Hellboy Serie bei Cross Cult bekommen wir mit „Hellboy und die B.U.A.P. 1954“ die mittlerweile dritte Auskopplung der Reihe geboten.


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Mit dem Jahr 1954 sind wir mittlerweile in Hellboys drittem Jahr im Dienst der B.U.A.P. angekommen. Und auch wenn der Backcover-Text des Buches davon spricht, dass Hellboy längst kein Anfänger mehr sei, bleibt zu bedenken, dass der hochgewachsene Bengel nicht nur erst vor kurzem anfing für Professor Bruttenholms Behörde zu arbeiten, sondern auch gerade mal vor 10 Jahren als kleiner Höllen-Sprößling auf die Erde kam.

Wie man sieht, mit einigen gewaltigen Wachstumsschüben. Nun denn, der vorliegende Band beinhaltet insgesamt vier weitestgehend losgelöste Kurzgeschichten, und zwar den Zweiteiler „Black Sun“, das One-Shot „The Unreasoning Beast“, die ebenfalls auf zwei Hefte angelegte Geschichte „Ghost Moon“ sowie die Kurzerzählung „The Mirror“.

Los geht es gleich mit meinem persönlichen Highlight des Bandes, denn mit „Black Sun“ verschlägt es Hellboy an den Nordpol, wo in einer Forschungsstation ein Polarforscher grausam zu Tode kam. Das verbleibende dort stationierte Team vermutet jedoch, dass etwas über die Grenzen der bekannten Natur hinaus versteckt im Eis lauert, alarmiert daher die B.U.A.P. und bittet um Hilfe. Doch wie so oft, wird aus einem kleinen Monster schnell ein großer Haufen Crap, den Hellboy anschließend mit viel fäustlicher Gewalt aus der Welt räumen muss.

In „The Unreasoning Beast“ wird eine scheinbar normale Städter-Familie von einem geheimnisvollen Wesen bedroht, doch steckt der Teufel auch hier im Detail. In Hellboys Ausflug ins China der 1950er Jahre lässt mit „Ghost Moon“ ein uraltes chinesisches Artefakt einige Dämonen frei, wobei Hellboy in „The Mirror“ mal wieder nicht auf seinen Vater hört und einen Blick zu viel in einen geheimnisvollen Spiegel wirft.


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Welch ein Spaß, gleich mit dem ersten Story-Bogen hämmern Mike Mignola und Co-Autor Chris Roberson einen klassischen Hellboy-Zweiteiler raus, der sich mehr als gewaschen hat. Witz, Blut, düstere Ecken, großartiges Artwork von Zeichner Stephen Green und natürlich Nazis ohne Ende, die gewaltig eins auf den einfältigen Schädel bekommen.

Die düstere Atmosphäre im Eis nimmt den Leser mit einem gewaltigen Plot-Twist umgehend gefangen und lässt mit einigen hochtrabenden Schurkenmonologen sogar einige Referenzen zur eigentlichen Hauptserie und uns bekannten Geschichten alter Tage aufblitzen. Sehr stark.

The Unreasoning Beast“ reicht da nicht ganz heran, liefert jedoch für eine Kurzgeschichte überaus üppigen Lesespaß, wohingegen „Ghost Moon“ bisweilen leider schon etwas zäh aus den Seiten purzelt und eher mäßig Spannung erzeugen kann. Das von Altmeister Richard Corben gezeichnete „The Mirror“ steht hingegen voll in der Tradition früherer Mignola-Arbeiten, bei denen mit wenigen Seiten kurze, prägnante Storys erzählt wurden.

Ein kleines Sahnehäubchen zum Abschluss. „Hellboy und die B.U.A.P. 1954“ kann mit nur wenigen Abstrichen vollends punkten und lässt die Wartezeit von beinahe 1 1/2 Jahren seit dem letzten regulären Hellboy-Band fast vergessen. Aber nur fast. Gleichzeitig wird die Vorfreude auf das gerade erst gestartete Jahr geschürt, denn 2019 steht deutlich im Dienst der auf Deutsch lesenden Hellboy Fans.

Zeitgleich zu diesem Band erschien nicht nur die mittlerweile siebte Auskopplung der „Geschichten aus dem Hellboy Universum“, da steht bereits im März der Beginn der vierteiligen Reprint-Reihe zum B.U.A.P. Zyklus der „Froschplage“ an, von dem in diesem Jahr gleich zwei Bände erscheinen werden. Darüber hinaus erhalten wir im August bereits den nächsten Hellboy Band mit „Hellboy und die B.U.A.P. 1955“ sowie auch den 8. Universums Band, welcher bereits im Juli erscheinen soll. Also Leute, haltet eure Sparbüchsen zusammen...

Hellboy Bd. 17 - Hellboy und die B.U.A.P. 1954

9

Bewertung:

9.0/10

Comic-Info

  • Verlag: Cross Cult
  • Format: Hardcover
  • Vö-Datum: 15.01.2019
  • Seitenzahl: 144
  • Autor: Mike Mignola u.a.
  • Zeichner: Stephen Green u.a.
  • Preis: 22,00 €
  • Picture Copyright: Dark Horse

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