Comic Review: Batman Damned Bd. 1 (Panini Comics)

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Comic Review: Batman Damned Bd. 1 (Panini Comics)
© DC Comics

Mit der ersten Ausgabe zu „Batman Damned“ erscheint diesen Monat ein weiterer Titel zu DCs neustem Comic Imprint, dem „DC: Black Label“ bei Panini Comics. Bereits vor einigen Tagen besprach ich Sean Murphys „Batman: Der Weiße Ritter“ ausführlich hier im Blog.

Im vergangenen Jahr angekündigt, taten sich Comicveteran Brian Azzarello und der ihm bereits hinlänglich bekannte Kollaborateur Lee Bermejo zusammen, um sich nach Storys wie „Joker“ oder auch „Lex Luthor: Man of Steel“ abermals im DC Universum gemeinsam auszutoben. Nun natürlich vornehmlich in den düsteren Gassen von Gotham City und der Welt des Dunklen Ritters.

Der vorweggenommen Eklat um Bruce Waynes ursprünglich sichtbares Gemächt gab dem Comic jedoch leider eine etwas andere Art von Aufmerksamkeit, als er letztendlich verdiente bzw. haben sollte.

Zur Kontextbildung: im US-Original war in der Erstauflage des Comics in einem Panel der Penis eines nackten Bruce Wayne zu sehen, was Konservative und sogar diverse Vertreter des Einzelhandels in den Staaten in einen regelrechten Panikmodus versetzte, so dass DC Comics das „Gute Stück“ in späteren Nachdrucken sowie auch in der ab da erhältlichen digitalen Edition „entfernte“.

Panini Comics standen nun natürlich nur die Lizenzen der bearbeiteten Version zur Verfügung, weshalb auch hier kein „Bat-Dick“ zu sehen ist. Den stramm gewachsenen, sich nun dennoch echauffierenden jungen Männern an den heimischen Rechnern und mobilen Endgeräten sei jedoch gesagt: der Comic funktioniert auch wunderbar ohne Pimmel. Unglaublich aber wahr.

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Den Einstieg in die Geschichte macht ein schwer verwundeter Batman, der in einem Rettungswagen ins nächste Krankenhaus transportiert werden soll. Wie er dorthin gelangte und wer Batman so zugerichtet hat, bleibt erst einmal offen.

Als die dreisten Sanitäter versuchen einen verstohlenen Blick unter Batmans Maske zu werfen, eskaliert die Situation, denn ein Dunkler Ritter ist natürlich auch in einem massivst angeschlagenen Zustand noch immer mehr als gefährlich, weshalb dieser kurzerhand aus dem fahrenden Wagen türmt und in der Dunkelheit Gothams verschwindet.

In einem tranceartigen Zustand taumelt Batman durch die Gassen und sucht verzweifelt nach Hilfe. Doch leider kommt nicht die, die er sich erhoffte, denn kein Geringerer als der magische Betrüger und Gauner John Constantine liest ihn auf.

Constantine hat auch so einiges mit Batman zu schaffen, denn die Polizei ist gerade dabei eine Leiche aus dem Fluss zu ziehen, an der Batman sicherlich Interesse haben dürfte: den Joker.

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Anders aus bei „Batman: Der Weiße Ritter“ fällt mir die Einschätzung hier deutlich schwerer. Dass Brian Azzarello ein wunderbarer Storyteller sein kann, ist unumstritten, doch liefern die ersten knapp 60 Seiten der künftig einmal dreibändigen Reihe bisher nicht mehr als einen Prolog, der zumindest versucht, Charaktere und Story-Bogen in eine gewisse Position zu rücken.

Dabei blitzt bereits durch, dass Azzarello seinen Plot eher verkopft angehen und spürbar zwischen den Zeilen erzählen möchte, was zum einen viel Interpretationsspielraum lassen wird und zum anderen eine wunderbare Vorlage für den meisterhaften Zeichner Lee Bermejo sein dürfte, der versucht, viele Plot-Elemente anhand der Bebilderung zu vermitteln.

Genau bei letzterem liegt auch der Fixpunkt des Comics, denn vor allem das Artwork dürfte für viele Leser ein signifikanter Kaufgrund sein, sind es doch meist Bermejos Zeichnungen, über die bei einem Bermejo Comic gesprochen wird.

Das übergroße Albenformat dient dem Comic dabei natürlich wunderbar, denn aufgeklappt erschlagen einen die monströs-düsteren Splash-Pages regelrecht, weshalb man allein aufgrund der tollen Optik auffallend lange an diesem kurzen Band verharren kann.

So liefert die erste Ausgabe zu „Batman Damend“ ein regelrecht orgiastisches Artwork und einen zumindest interessanten Plot, der bei guter Aufarbeitung sicherlich noch sehr gut werden kann. Das Projekt ist ambitioniert und bei den Machern sicherlich in guten Händen. Inwieweit der Comic am Ende jedoch von einem „ambitionierten Projekt“ zu einem möglichen Klassiker avancieren kann, werden die kommenden Bände zeigen müssen.

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Stefan
Stefan
10. April 2019 20:42

Gerade gelesen, die Bilder sind grandios, die Geschichte ist ... naja, eigentlich noch kaum vorhanden, was mich ein wenig enttäuscht (für einen kompletten Band) und ich bin unschlüssig, ob ich’s weiterlesen soll. Das Lettering finde ich auch recht anstrengend zu lesen

Hangover
Hangover
25. März 2019 14:13

Der Azzarello will meistens ein bisserl zu viel. Stört dann halt beim Lesen... 😉

andreas homolka
andreas homolka
25. März 2019 13:27

Bermejo hat auch Before Watchmen für mich gerettet.

Florian
Florian
25. März 2019 13:23

Das Teil sehe ich immer noch in meinen Alpträumen 😉