#SDCC: DC-Publisher Dan DiDio äußert sich zur Causa Vertigo

#SDCC: DC-Publisher Dan DiDio äußert sich zur Causa Vertigo
© Vertigo / DC Comics

Während des „DC: Meet the Publishers“ Panels zur Comic Con in San Diego sprach DC Comics Herausgeber Dan DiDio auch über die jüngste Absetzung des hauseigenen Vertigo Imprints... ich berichtete hier darüber.

DiDio sprach das Thema nun in San Diego an und richtete sich direkt an Leser und möglicherweise auch enttäuschten Fans.


So sagte er im Wortlaut:

Es ist ein recht aufregendes Jahr für uns bei DC Comics. Wir haben einige tolle Sachen, die für das DC Universe anstehen. Ich weiß jedoch nicht, ob hier davon gehört habt, doch wir haben auch einige Veränderungen vorgenommen, wie wir künftig Comics veröffentlichen wollen.

Ich weiß, viele von euch sind Vertigo-Fans. Ich möchte nur klarstellen, nur weil das Imprint gehen wird, muss das keine große Rolle spielen. Wichtig ist, was in den Comics passiert.

Wir wollen euch lediglich eine Anlaufstelle geben, die auch wirklich Sinn macht. Wir haben einen großartigen Namen: DC Comics. Es macht also deutlich mehr Sinn, alles unter einem Dach für euch zu liefern.


Dan DiDio, Jim Lee & Joe Hill während des Panels in San Diego © DC Comics

Vertigo zählte zu den ersten Verlagen, welche sich gänzlich auf Creator-Owned-Projekte abseits der großen Superheldenthemen konzentrierten. Das Label fungierte seit der Gründung als Sub-Label von DC Comics.

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Vor allem unter der späteren Vertigo Redakteurin Karen Berger kam Ende der 1980er Jahre eine ganze Welle von britischen Künstlern zum US-Comicmarkt und somit vornehmlich zu DC Comics.

Heutigen Koryphäen wie Alan Moore, Neil Gaiman oder auch Grant Morrison wurde mit der zunehmend erwachseneren Ausrichtung der Superheldencomics in den späten 1980er Jahren der Weg für eine langanhaltende Karriere geebnet.

Storys wie Alan Moores „Swamp Thing“, Gaimans „The Sandman“oder Morrisons „Arkham Asylum“ bereiteten letztendlich den Weg für das seitens DC Comics 1993 gelaunchte Vertigo Imprint, bei welchem folglich Comics für eine eher ältere Leserschaft erschienen. Comics, die vom Superheldenkosmos des Mutterverlages losgelöst wurden und mehr Gewicht auf die Erschaffer hinter den Geschichten legten: Creator-Owned-Comics.

Der Erfolg war massiv, vor allem in den Anfangstagen, und lieferte mit Titeln wie „Preacher“„Y: The Last Man“„Transmetropolitan“„Fables“ oder auch „Scalped“ regelrechte Meilensteine des US-Comics abseits der kostümierten Kollegen in die Comicshops.

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Die letzte Dekade zeigte sich jedoch weniger erfolgreich für den Unterverlag. DC Comics verlangte mehr Anteile an den Titeln und gestand den Künstlern die Rechte an den von ihnen geschaffenen Werken nicht mehr zu. Autoren und Zeichner wandten sich ab und gingen eher zu stets wachsenden Konkurrenten wie Image Comics, IDW oder Dark Horse Comics, um ihre Comics zu veröffentlichen.

Vor allem Image Comics konnte sich dadurch als heute drittgrößter Player am US-Comicmarkt etablieren und nimmt mittlerweile den Status für Creator-Owned-Comictitel ein, den einst Vertigo inne hatte.

2013 verließ Karen Berger den Verlag, wobei Vertigo seit dem kaum noch prägnant in Erscheinung trat und mit wenigen Ausnahmen - wie bspw. Tom Kings „The Sheriff of Babylon“ - eher selten allzu nennenswerte Titel auf den Markt brachte. Berger launchte derweil ihr eigenes Sub-Label „Berger Books“ bei Dark Horse Comics.


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