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Comic Review: Punisher Bd. 1 - Krieg gegen alle (Panini Comics)

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Comic Review: Punisher Bd. 1 - Krieg gegen alle (Panini Comics)
© Marvel

Uncanny X-Men“ Autor Matthew Rosenberg ist der neue Kreative hinter dem markanten Totenkopf-Shirt, das die Brust des Punishers Frank Castle ziert, wobei sich der neue Autor auch gleich um den aktuellen Status Quo kümmert und die War Machine Exzesse der vergangenen Ausgaben auf Null dreht.

Frank Castle war zuletzt noch mehr in Ungnade gefallen als sonst, schließlich mordete er an der Seite von Hydra-Cap im fulminanten Mega-Event „Secret Empire“ und konnte so seinem Antihelden-Image noch einige Schmutzflecken mehr verpassen.

Nun stehen also neue Zeiten für den Mann und schwarz an und Panini Comics liefert mit dem Start der neuen Serie gleich die ersten fünf US-Ausgaben, welche von „Spawn“ Zeichner Szymon Kudranski gezeichnet wurden.


© Marvel

Das Image einen totalitären Faschisten unterstützt zu haben haftet noch immer an Frank und wirklich viel von ihm wissen, will keiner mehr. Und wie das bei Frank nun mal so ist: Schuld daran sind immer die anderen.

Also schickt sich Frank an, Hydra ein für alle Mal den Garaus zu machen und hat sich vor allem den noch immer aktiven Baron Zemo auserkoren, als nächstes fallen zu sehen.

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Doch dieser kämpft mittlerweile vor den Vereinten Nation um Anerkennung seines vermeintlichen Hydra-Staates Bagalia und ist mittlerweile auch sonst politisch sehr umtriebig.

Das hindert Frank jedoch nicht daran, loszurollen wie ein Panzer und einen Agenten nach dem anderen auszuschalten und sich langsam aber blutig seinen Weg zu Zemo zu bahnen, auch wenn er dabei über leblose Körper seiner Helden-Kollegen steigen muss.


© Marvel

In der Summe bietet Rosenberg einen generischen Action-Reißer, der kurzweilige aber dafür überaus blutige Unterhaltung liefert. Der Umstand, dass Frank vor einiger Zeit quasi einem Nazi gedient hat, spielt dabei irgendwie nur am Rande eine Rolle und lässt in der Summe eine wirkliche charakterliche Aufarbeitung durch die Hauptfigur bisher leider gänzlich vermissen.

Der Punisher killt sich munter durch die Feinde hindurch und hinterfragt sein zuletzt durchaus diskutables Verhalten in keinster Weise. Vielmehr sind es seine ehemaligen Kollegen, die streng mit ihm ins Gericht gehen, aber dabei natürlich vollkommen auf Granit beißen.

So bleibt die Figurenentwicklung schnell auf der Strecke und lässt genügend Raum für große Explosionen und fliegende Körperteile. Dass das Agieren der Antagonisten zudem noch etwas holprig, vielleicht sogar inkompetent wirkt, macht die Geschichte dann auch nicht besser.

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Einen Vergleich mit der großartigen „Punisher MAX“ Serie von Garth Ennis (ebenfalls bei Panini Comics) hält diese Erzählung also keinen Zentimeter stand.

Optisch wird, wie für Szymon Kudranski üblich, auf düstere Atmosphäre gesetzt, jedoch ist seine Affinität nahezu jede Figur gleich aussehen zu lassen noch immer vorhanden und seine bisweilen überaus unstimmigen Perspektivdarstellungen taten dem großen Ganzen auch nicht sonderlich gut.

Dennoch. Aus der Distanz verbleibt der „Punisher“ üppige Kurzweiligkeit für starke Nerven, denn Frank kennt nach wie vor keine Kompromisse und richtet sich auch mit der neuen Reihe an Leser, die es gern hart und dreckig mögen.

Punisher Bd. 1 - Krieg gegen alle

6

Bewertung:

6.0/10

Comic-Info

  • Verlag: Panini Comics
  • Format: Softcover
  • Vö-Datum: 12.11.2019
  • Seitenzahl: 124
  • Autor: Matthew Rosenberg
  • Zeichner: Szymon Kudranski
  • Übersetzung: Carolin Hidalgo
  • Preis: 14,99 €
  • Bilder: Panini Comics / Marvel
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Hangover
Hangover
18. Februar 2020 14:20

Sehe ich genauso. Und den Punisher als kleinwüchsig-gedrungenen rumänischen Schlägertypen zu zeichnen, vermieste mir den Genuß noch ein Stückchen weiter. Dafür gibt’s ja in Amiland aktuell eine neue Ennis Punisher Mini, und danach folgt The Return of Barracuda.