Comic Review: Old Man Logan Bd. 01 (Panini Comics)

Comic Review: Old Man Logan Bd. 01 (Panini Comics)

Comic Review: Old Man Logan Bd. 01 (Panini Comics)

Kennt ihr das, wenn ihr euch wahnsinnig auf einen Comic freut? Wenn ihr bestimmte Erwartungen an einen Autor, einen Zeichner oder generell an eine Serie habt? Wenn die Ausgabe dann endlich auf den Markt kommt, ihr euch auf die Couch verzieht, die Kopfhörer anschmeißt und gänzlich in den Seiten abtaucht... und der Comic dann auch noch genau das hält, was er verspricht?
So ungefähr erging es mir mit Panini Comics neustem Output „Old Man Logan“: viel erwartet, viel bekommen.

Als Comic-Bestseller Mark Millar 2008 seine Version eines gealterten Wolverine auf die Marvel Leser losließ, erhoffte er sich sein persönliches „The Dark Knight Returns“ geschaffen zu haben. Ob ihm das gelungen ist, liegt natürlich im Auge des Betrachters. Viele stimmten ihm jedoch zu.
Im Zuge des „Secret Wars“ sollte Marvel-Koryphäe Brian Michael Bendis den Erfolgs-Comic aufgreifen und eine passende Mini-Serie zum Event generieren. Auch das gelang im weitesten Sinne.
Viel wichtiger jedoch war, dass so der Grundstein für die nun gestartete Ongoing-Serie „Old Man Logan“ gelegt wurde, denn der alte, verbissene Vielfraß ist in der regulären Marvel-Kontinuität angekommen.

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(Copyright: Panini Comics)

Leser des Original-Comics sowie der Event-Serie wissen, dass in der postapokalyptischen Welt des alten Wolverine die Hölle zum Alltag wurde. Mysterio verwirrte seinen Geist, so dass er im Blutrausch seine besten Freunde umbrachte. Später töteten die Söhne des Hulks auch noch seine Familie, was ihn zu einer kruden Rache-Odyssee anstacheln sollte.
Durch die Zerwürfnisse des „Secret Wars“ Event wanderte Logan durch die Welten des Patchwork-Planeten Battleworld und fand letztendlich seinen Weg nach Hause. Nur nicht das Zuhause, das er erwartet hätte.

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Angekommen im Hier und Jetzt muss sich Logan erst einmal der Umstände klar werden. Auf der Straße, mitten in New York ausgesetzt, fällt das natürlich etwas schwer. Doch für einen ehemaligen X-Man sollte das Thema Zeitreisen nicht sonderlich neu im Lebenslauf sein.
Logan erkennt seine Chance, die Möglichkeit alles Grauen ungeschehen zu machen, die Verantwortlichen dranzukriegen, bevor sie die Welt zerstören, bevor die Schurken die Macht übernehmen, bevor seine Familie, die noch gar nicht existiert, einen grauenvollen Tod erleiden muss. Eine Rachefeldzug beginnt.

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(Copyright: Panini Comics)

Star-Autor Jeff Lemire (aktuell u.a. „Descender“) setzt mit der Handlung genau dort an, wo Bendis endete, was den Start dieser Ongoing-Serie wie eine Fortsetzung der Mini-Serie des „Secret Wars“ Events funktionieren lässt.
Lemire schafft somit den finalen Schritt aus dem Schatten der Originalserie heraus, in die aktuelle Marvel Welt und etabliert Logan, der sich nun nicht mehr Wolverine nennt, als festen Bestandteil unserer gängigen Kontinuität. Ein Vorteil, dass Logan auch in Lemires zweiten Mutantenserie „X-Men“ eine wichtige Rolle spielt (hier die Besprechung).
Mit einem allein gelassenen Logan, in einer fremden Umgebung, voller Gefahren und Mysterien, der sich nur auf seinen Instinkt als Jäger und Krieger verlassen kann und letztendlich keinen Schmerz scheut, sein Ziel zu erreichen, trifft Lemire den Ton der Figur in seiner ursprünglichsten Form und legt somit einen beinahe vollkommenen Wolverine Comic vor.

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Zum Glück sicherte sich Jeff Lemire wieder die Zusammenarbeit mit dem italienischen Zeichner Andrea Sorrentino, welcher bereits an der Bendis Mini tätig war und zuvor mit LemireGreen Arrow“ für DC Comics umsetzte.

Wie auch zuletzt scheint sein Artwork ein stetig wachsendes Highlight zu sein, das nahezu jeden Comic noch epischer erscheinen lässt. Der alt gewordene Steve Rogers hat nie angeschlagener ausgesehen und Logan nie verletzlicher oder gar menschlicher. Durch Marcelo Maiolos wiedermal gekonnt gesetzten Grundfarben wirkt jedes Panel wie eine perfekt inszenierte Filmfotografie, die genug entschleunigt, um den Moment wirken zu lassen, dabei jedoch keinen Funken Dynamik einbüßen lässt.

Mit dem Start der neuen „Old Man Logan“ Reihe legen Jeff Lemire und Andrea Sorrentino für mich einen der interessantesten und bis jetzt auch gelungensten Wolverine Comics der letzten Jahre vor. Die ewig währende Crux des James Howlett bleibt ihm auch im Alter nicht erspart und zu sehen, wie diese Figur mit den jungen und frischen Charakteren der gegenwärtigen Marvel Welt agiert, lässt deutlich mehr als nur ein Treffen der Generationen erhoffen.

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4,5-Sterne

Titel: Old Man Logan Bd. 01
Verlag: Panini Comics
Format: Softcover / lim. Variant
Vö-Datum: 27.09.2016
Originalausgaben: US Old Man Logan #01-04
Seitenzahl: 100
Autor: Jeff Lemire
Zeichner: Andrea Sorrentino
Preis: 12,99 € / 20,00 €

(Picture Copyright: Panini Comics)


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