Comic Review: Batman Metal #04 (Panini Comics)

ComicReview_Batman_Metal_04_PaniniComics_01

+++ SPOILER-Warnung +++

Die Besprechung im Idealfall erst nach dem Lesen des Heftes lesen!

Gut eineinhalb Monate nach dem Bergfest zur dritten Ausgabe von Scott Snyders und Greg Capullos Mega-Event „Batman: Metal“ landete in dieser Woche die vierte von fünf Ausgaben aus dem Hause Panini Comics bei mir im Briefkasten. Um schnellstmöglich auf dem Laufenden zu sein, ließ der Herr wie gewohnt alles stehen und liegen und vereinnahmte das knapp 70 Seiten starke Heft umgehend.
Wir nähern uns also in großen Schritten dem Finale der viel diskutierten Story und bekommen kurz davor nicht nur das offiziell fünfte Event-Kapitel geliefert, sondern mit „Hawkman Found“ sogar eine weitere Tie-In-Ausgabe aus der Feder von keinem Geringeren als dem kanadischen Star-Autor Jeff Lemire, welche uns im vorliegenden Heft sogar die Eröffnung beschert. Leser, die meine Rezensionen zum Event nicht bereits seit Beginn verfolgen, bekommen hier noch einen Überblick über alle bisher erschienenen Texte.

Die chronologische Übersicht der bisherigen Rezensionen zum Event:

ComicReview_Batman_Metal_04_PaniniComics_06

Wie wir aus dem Cliffhanger der vergangenen Ausgabe wissen, stießen Batman und Superman in der Schmiede des Dunklen Multiversums auf einen gewissen Hawk-Gott... als dem, was vermutlich aus dem verschwundenen Carter Hall aka. Hawkman geworden ist. Die Tie-In-Ausgabe zu Hawkman wird hier also gefühlt an der richtigen Stelle für die Leser platziert, denn wir tauchen tief in das psychologische Innere der mentalen Überbleibsel Carter Halls ein. Na ja, mehr oder weniger.
So wirklich spektakulär kommt die von Jeff Lemire verfasste und dem einst einmal hochgelobten Zeichner Bryan Hitch überraschenderweise nicht daher, sondern erzählt von einer Art inneren Zerrissenheit des Protagonisten, der in einer ihm fremden Welt gefangen zu sein scheint, aus der er unbedingt zu entkommen gedenkt. Anfänglich nicht ein mal an seinen Namen erinnernd, kämpft Carter ums nackte Überleben und stellt sich irgendwann den täglich angreifenden Manhawks.
Letztendlich dient die Story als Analogie für den inneren Kampf, den Hall mit sich selbst führt, um sich an sein eigenes Wesen zu erinnern und zu sich selbst zurück zu finden. Lemire versucht dies in dramatischen Tönen wiederzugeben, liefert jedoch am Ende lediglich eine weitestgehend generische Story, eines an sich starken Charakters, die zwar unterhält, aber die Handlung des Events keinen Zentimeter voran bringt und das wahre Potential des Autors bei Weitem nicht aufzeigt.

ComicReview_Batman_Metal_04_PaniniComics_02

In der zweiten Hefthälfte steigen wir folglich in das neuste Event-Kapitel aus dem Hause Snyder und Capullo ein und ich muss gleich vor ab bestätigen, die Verweise und Referenzen gehen den beiden offenbar so langsam zur Neige. In der Ausgabe versteckten sich spürbar weniger Easter-Eggs auf die ach so lange DC-Mythologie, was das Heft in der Summe zwar keines Wegs schlecht macht, doch sich ein gewisser Abnutzungseffekt der Snyder-Konzeption erwiesen zu haben scheint. Das klingt nun vermutlich böser als es letztendlich gemeint ist, denn es dürfte nachvollziehbar sein, dass sich nicht bis in die kleinste Ecke der letzten Ausgabe des Events immer wieder neue Querverweise verstecken lassen, die storytechnisch auch tragbar sind.
Die Ausgabe beginnt mit einem riesigen Barbatos, der auf einer multiversellen Stimmgabel kauert. In den Dialogen verstecken sich sehr deutlich Snyders und Capullos Anspielungen auf Heavy Metal und Musik im Allgemeinen: das Ende komme unter großem Getöse, und Barbatos’ Stimme wird als dunkler Akkord die Saiten des Multiversums erzittern lassen. Nicht sonderlich spitzfindig, aber nett.
In der nächsten Szene sehen wir Batman und Superman in der Schmiede der Welten, wie sie sich dem Hawk-Gott entgegenstellen, der einmal Carter Hall gewesen ist. Abgesehen von Anspielungen auf diverse Fixpunkte der Mythologien der jeweiligen Charaktere gibt es in den beiden Seiten jedoch nicht viel zu entdecken. Aquaman und Deathstroke kommen derweil im Kern der Erde an und stoßen auf einige interessante atlantische Technologie. So wirklich weit kommen die beiden mit ihrer Forschungsreise jedoch nicht, denn Black Manta steht bereits mit einigen bösen Batmen bereit, um gewaltig einzuheizen.

ComicReview_Batman_Metal_04_PaniniComics_04

In der Szene mit Mr. Terrific und Hal Jordan erleben wir bereits das wahre Highlight des Heftes und für mich auch eins des gesamten Events bisher: die Rückkehr von Martian Manhunter. Zuvor gibt es jedoch einige neue Infos zur neuen Herkunftsgeschichte von Plastic Man. Wir wissen ja, seit Geoff Johns’ „Forever Evil“ Event hat sich da einiges geändert und Terrific gibt darüber hinaus noch etwas mehr Aufschluss, bspw. dass Plas einmal in einem Fass mit Chemikalien landete und dadurch seine abgedrehten Kräfte bekam.
Zurück zum Manhunter. Seit dem Relaunch unter dem Banner der New 52 wurde der Gute meiner Meinung nach sträflich vernachlässigt. Nicht nur wurde er kurzerhand als Ursprungsmitglied der Justice League durch Cyborg ersetzt, sondern trat auch im Anschluss kaum bzw. sehr wenig in Erscheinung. Seit dem versucht man hier und da einen gewissen Retcon der neuen Kontinuität vorzunehmen und hat ihn nun quasi wieder in das laufende Geschehen integriert. Gut so.
Am Fels der Ewigkeit prügelt sich Wonder Woman noch immer mit Black Adam. Kendra steht bereits unter dem Einfluss von Barbatos und ist somit keine wirkliche Hilfe. Nach einem Bruch durch die Wand erblickt Diana überraschend Carter Halls Morgenstern und verpasst Adam mit diesem göttlichen Nth-Metall eine Gerade direkt ins Gesicht und spricht dazu ein paar nicht unbekannte magische Worte. Nur dumm, dass auch bereits der Batman, der lacht eingetroffen ist und Diana blindlings von hinten erschießt. Na ja, mehr oder weniger. Halbgötter erschießt man selten wirklich endgültig.

ComicReview_Batman_Metal_04_PaniniComics_05

Terrific, Manhunter und Hal Jordan prügeln sich derweil durch eine Gegnerhorden und wollen das Ei von Plastic Man zurückbekommen. Dabei müssen sie zusehen, wie die mächtige Phönix-Kanone abgefeuert wird, doch stellt Terrific fest, dass irgendwas an ihr manipuliert wurde. Der Schuss wandert direkt durch das Multiversum, mit der Erde als Ziel.
Diana hat den Schuss in den Rücken natürlich überlebt und der Batman, der lacht überlässt sie ihrem Schicksal. Mit ihrem Lasso der Wahrheit gelingt es ihr, Kendra aus dem mentalen Griff des Barbatos zu befreien und zusammen springen sie durch den Riss, dem Portal, der sie ins Dunkle Multiversum führt... und wie es scheint, in ihr Verderben. Womit das Heft auch endet.
Nach dem vierten deutschen Panini Comics Heft zum Event schleichen sich so langsam also Ermüdungserscheinungen ein. Bei einem solch enorm groß angelegten Plot, ist dies bei einer nicht ganz gehaltenen monatlichen Veröffentlichungsweise jedoch selten anders. Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Geschichte am Stück liest, um auch wirklich die durch die Handlung aufgezogene Dynamik genießen zu können. Doch dazu warten wir erstmal das große Finale ab, welches am 20. November erscheint.

Batman Metal #04

6

Bewertung:

6.0/10

Comic-Info

  • Verlag: Panini Comics
  • Format: Heft / div. Variants
  • Vö-Datum: 16.10.2018
  • Inhalt: Dark Nights: Hawkman Found, Dark Nights: Metal #05
  • Seitenzahl: 68
  • Autor: Scott Snyder, Jeff Lemire
  • Zeichner: Greg Capullo, Bryan Hitch u.a.
  • Preis: 4,99 €
  • Picture Copyright: Panini Comics / DC Comics
Emu_2016

Gründer und Betreiber von bizzaroworldcomics.de
Passionierter Fanboy, Comic-Nerd & -Blogger.


Anzeige
avatar