Comic Review: Deadly Class Bd. 2 (Cross Cult)

Comic Review: Deadly Class Bd. 2 (Cross Cult)
© Cross Cult

Cross Cult meldet sich nun endlich mit dem zweiten Band von Rick Remenders, Lee Loughridges und Wes Craigs Image Comics Hit „Deadly Class“ zurück, welcher im Februar diesen Jahres beim Ludwigsburger Verlag anlief. Und bei mir auch prompt zum „Comic des Monats“ gekürt wurde. Jep, kein Scherz.

Dem Erfolg der leider jüngst seitens TV-Sender SyFy gecancelten TV-Serie sei Dank, erhalten wir Deutschleser die Comicreihe seit einigen Monaten nun also endlich in deutscher Sprache, auch wenn der Stuttgarter Panini Comics Verlag bereits vor einigen Jahren einen leider weniger erfolgreichen Versuch anstrebte, die Serie nach Deutschland zu holen. Bei den Ludwigsburgern sieht es nun jedoch deutlich erfolgsversprechender aus, denn die nächsten drei Bände der Serie sind bereits gelistet.

Das zweite Paperback zur Reihe enthält nun die US-Ausgaben #7 bis 11 und ist somit inhaltlich identisch mit der zweiten US-Volume „Kids of the Black Hole“.


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Waisenjunge Marcus Lopez hat ein ausgesprochen ereignisreiches Jahr hinter sich. Nicht nur wurde er durch einen recht glücklichen Umstand aus der Obdachlosigkeit gerettet, so erhielt auch einen Platz an der geheimnisvollen King’s Dominion - der Eliteschule für angehende Profikiller - um sich dort zu einem professionellen Berufsmörder ausbilden zu lassen.

Doch das San Francisco der späten 80er Jahre war generell für angehende Killer eine Herausforderung und erst recht für erwachsen werdende Teenager, die nicht nur mit ihrer eigenen Persönlichkeit grundsätzlich überfordert sind, sondern bei denen jegliche sozialkulturelle Interaktion stets in eine Katastrophe mündet.

Marcus’ Liebesbeziehung entwickelt sich mehr zu einer Art Ballast, als die Erfüllung und Erlösung, die er darin suchte und generell scheint er ein Fettnäpfchen nach dem anderen zu jagen, was ihn mit einem mehr als schweren Umstand seiner gewalttätigen Vergangenheit kollidieren lässt, was wiederum nicht nur Beziehungen zu zerstören vermag, sondern auch gewaltig Leben kosten wird.


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Bereits mit dem Auftaktband konnte mich das Künstlergespann um Remender, Loughridge und Craig problemlos überzeugen, doch entwickeln die Macher mit der direkt daran anknüpfenden Fortsetzung ein regelrechtes Comicfeuerwerk, das in so vielen Aspekten zu punkten vermag.

Remender schreibt seine Figuren noch deutlich lebhafter, ausgeklügelter und vor allem menschlicher. So paart er bierernste Teenager-Dramatik mit wilder Action und beißendem Witz, der mich teilweise sogar laut auflachen ließ.

Im Gegensatz zu manch anderer Arbeit Remenders wirkt sein Story-Verlauf kein Stück zu verkopft, nahezu bodenständig und natürlich und schafft es vor allem in den Meta-Monologen des Protagonisten Marcus eine unglaubliche Charakterdichte zu entwickeln. Man klebt den Figuren förmlich an den Lippen und lässt sich von den gekonnt platzierten Schockmomenten exzellent aus der Fassung bringen.

Design und Artwork von Lee Loughridge und Wes Craig visualisieren die grandiose Erzählung perfekt und erzeugen mit teils klassischen aber auch kreativ umgesetzten Panelstrukturen eine ungeheure Atmosphäre, was dazu noch von den tollen pastellartigen Farben ergänzt wird.

Ich mag es kaum verlautbaren, doch nach einem wirklich gelungenen ersten Band wurde hier noch einmal eine mächtige Schippe drauf gelegt, was beim Halten der Qualität sicher bald dazu führen dürfte, dass mir die Superlative ausgehen. Leute... lest „Deadly Class“, ein unfassbar starker Comic!

Deadly Class Bd. 2 - Kinder ohne Heimat

9

Bewertung:

9.0/10

Comic-Info

  • Verlag: Cross Cult
  • Format: Softcover
  • Vö-Datum: 15.05.2019
  • Seitenzahl: 176
  • Autor: Rick Remender
  • Zeichner: u.a. Wes Craig
  • Preis: 16,80 €
  • Bilder Cross Cult

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