Comic Review: Lazarus #01 – SciFi Dystopie mit einem Hauch von Unsterblichkeit

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(Copyright: Splitter Verlag)
Greg Rucka und Michael Lark… ein Doppelgespann, das man immer im Auge behalten sollte. Wer meine Besprechung zum letzten Gotham Central Band gelesen hat (klick), weiß das.
In ihrer neusten Kooperation begeben sich die beiden ins Science-Fiction Genre und machen daraus gleich eine fortlaufende Ongoing Serie, welche in den Staaten von Image Comics publiziert wird. Der Splitter Verlag war so weitblickig sich die Rechte für die deutsche Veröffentlichung zu sichern und brachte letzten Monat den ersten Band. Da der zweite bereits in den Startlöchern steht, kam ich nicht umhin mir den Beginn dieser vielversprechenden Saga einmal näher anzusehen. Und das solltet ihr auch!

(Copyright: Splitter Verlag)
Eve ist der sogenannte Lazarus der Familie Carlyle. Ein künstlich erschaffener Übermensch, mit rasend schnellen Reflexen und Selbstheilungskräften, die sie nahezu unsterblich und unbesiegbar machen. Sie lebt in einer futuristischen Welt, welche sich als Besitztum von einzelnen Familien aufteilt, welche wiederum die jeweilige Bevölkerung in Knechte und Abfall kategorisieren. Ein Gesellschaftssystem bestehend aus drei Kasten.
Die Familie Carlyle steht dabei in einem dauerhaften Konflikt mit den Morrays, wobei sich der Zwist um Ressourcen und Macht dreht. Die gnadenlos menschenverachtende Politik ihrer Familie bereitet Eve zunehmend Probleme, sie wird labil und abweisend. Dennoch soll sie die Verhandlungen mit der Konkurrenz aufnehmen, wobei sie in einen Strudel aus Intrigen gezogen wird und sich der Tatsache stellen muss, einen Verräter in den eigenen Reihen zu haben.

 

(Copyright: Splitter Verlag)
In der Einleitung des Bandes spricht Comic-Legende Warren Ellis über die Motivation Ruckas eine fundierte Basis der Unsterblichkeit zu schaffen. Wie kann man wissenschaftlich erklären, warum jemand nicht zu töten ist?
Sein Geheimnis liegt letztendlich in iPS-Zellen – Induzierte pluripotente Stammzellen – Zellen, die frisiert werden und den Körper quasi aufmotzen. Wissenschaftlich widerlegbar? Sicherlich. Dennoch im Bereich des Möglichen? Vielleicht. Das Geheimnis der Science-Fiction Literatur, welches von Autoren wie Philip K. Dick bis Arthur C. Clarke genutzt wurde: spiele mit dem Ungewissen, mit dem Fantastischen, aber bewege dich im Bereich des Möglichen.
Dabei generiert Rucka einen überaus spannenden Plot, mit technisch beinahe langweilig-typischen Elementen und schreckt dabei nicht mal vor shakespeareschen Familienfeden zurück. Was wieder einmal zeigt, was Rucka doch für ein talentierter Autor ist. Eingefangen in gnadenlos trockener Optik erweckt Michael Lark den Plot zum Leben und die stimmungsträchtigen Farben von Santi Arcas ergänzen dies wunderbar.
Beim Lesen von Comics habe ich einen kleinen Tick: ich suche mir passend zur Geschichte eines meiner unzähligen Lesezeichen aus, welches ich für den kommenden Genuss verwenden werde. Ungewöhnlicherweise brauchte ich hier keines, denn ich habe den Band nicht ein einziges Mal aus der Hand gelegt.

 

Eine Leseprobe gibt es hier.


Titel: Lazarus #01
Verlag: Splitter Verlag  
Format: Hardcover
Vö-Datum: 01.01.2016
Originalausgaben: US Lazarus #01-04, Diamond Comics Preview Sneak Peak
Seitenzahl: 120
Sprache: Deutsch
Autor: Greg Rucka
Zeichner: Michael Lark & Santi Arcas

Preis: 19,80 €
„Only nothing is impossible.“ – Grant Morrison
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